Ruhrgebiet - Demographische Entwicklung

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Infografik Nr. 024143

Ruhrgebiet – Demographische Entwicklung

Im Ballungsraum des Ruhrgebiets treten manche Tendenzen und Probleme der Bevölkerungsentwicklung Deutschlands deutlicher hervor als im übr ...

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Ruhrgebiet – Demographische Entwicklung

Im Ballungsraum des Ruhrgebiets treten manche Tendenzen und Probleme der Bevölkerungsentwicklung Deutschlands deutlicher hervor als im übrigen Bundesgebiet. Die Kernelemente dieser Entwicklung werden häufig in den Schlagworten „weniger, älter, bunter“ zusammengefasst. Damit sind die langfristig sinkende Bevölkerungszahl, das steigende Durchschnittsalter, der wachsende Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund und das Nebeneinander unterschiedlicher Lebensstile und Familienformen gemeint.

Seinen höchsten Bevölkerungsstand hatte das Ruhrgebiet (im Gebietsumfang des heutigen Regionalverbands Ruhr) 1962 mit mehr als 5,7 Mio Einwohnern. Im Zuge des sozioökonomischen Strukturwandels erlebte es ab Ende der 1960er Jahre einen ersten starken Bevölkerungsrückgang, der bis Mitte der 1980er Jahre anhielt. Zwei Entwicklungen überlagerten sich dabei: Die Abwanderung von Arbeitskräften auf Grund der sich verschlechternden Erwerbssituation und der Rückgang der Geburtenraten als Folge einer veränderten Lebensführung. Von 1987 bis 1994 stieg die Bevölkerung erneut an, weil wieder mehr Zuwanderer, darunter Aussiedler aus Osteuropa, Übersiedler aus Ostdeutschland und schließlich Flüchtlinge und Asylbewerber aus dem zerfallenden Jugoslawien und anderen Krisenregionen, ins Ruhrgebiet kamen.

Seitdem schwankten Wanderungsüberschüsse und -verluste um die Nulllinie, so dass die natürlichen Bevölkerungsverluste (da stets mehr Menschen starben als geboren wurden) die weitere Entwicklung bestimmten. Die durchschnittliche Reproduktionsrate (d.h. die Zahl der Kinder, die eine Frau unter den gegebenen demographischen Verhältnissen im Lauf ihres Lebens zu Welt bringt) lag zuletzt bei rund 1,35; um den Bestand der Bevölkerung langfristig zu erhalten, wäre jedoch eine Rate von 2,1 erforderlich. Der Bevölkerungsstand verringerte sich daher bis Ende 2010 auf knapp 5,2 Mio. Dabei waren die kreisfreien Städte des Ruhrgebiets stärker vom Bevölkerungsrückgang betroffen als die Kreise, weil die Abwanderung aus den Großstädten hier teilweise nur in die umliegenden Vorstädte erfolgte (Suburbanisierung).

Rückläufige Geburtenraten einerseits und eine steigende Lebenserwartung andererseits führen zu Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung – im Ruhrgebiet noch ausgeprägter als in Nordrhein-Westfalen oder in Deutschland insgesamt. 2010 lag der Anteil der Bevölkerung im Rentenalter (ab 65 Jahren) bereits bei 21,4%. Auf jeweils 100 Erwerbspersonen zwischen 18 und 64 Jahren kamen 34 Senioren; bis 2030 wird dieser „Altenquotient“ voraussichtlich auf über 45 % ansteigen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 11/2011
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