Corona: Steuereinnahmen brechen ein

Corona: Steuereinnahmen brechen ein

Infografik Nr. 181165

Im Mai 2020 trat der Arbeitskreis Steuerschätzungen zusammen, um Schätzzahlen über die voraussichtlichen Steuereinnahmen im laufenden Jahr und den vier folgenden Jahren vorzulegen. Das schockierende Ergebnis dieser Schätzung: 2020 schrumpfen die Steuererträge gegenüber dem Vorjahr um fast 82 Mrd € (10,2%) auf nur 717,8 Mrd €.

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Für die öffentlichen Haushalte war 2019 erneut ein erfolgreiches Jahr. Zehn Jahre nach Überwindung der Finanzkrise gelang es, die Staatsverschuldung wieder unter die magische Marke von 60 % des BIP zu drücken. Laut Finanzstatistik erzielte der öffentliche Gesamthaushalt zum sechsten Mal in Folge einen Überschuss, diesmal von 45,2 Mrd €. Maßgeblicher Faktor dieser Entwicklung, von der alle Haushaltsebenen ? Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung – profitierten, war die immer noch zunehmende Erwerbstätigkeit. Betrachtet man nur die Steuereinnahmen, so summierten sie sich 2019 zu dem Rekordbetrag von 799 Mrd €. 2009, auf dem Tiefpunkt der Finanzkrise, beliefen sie sich erst auf 524 Mrd €.

Zu Beginn des Jahres 2020 setzte ein neuartiges Corona-Virus, das sich von China aus in der ganzen Welt verbreitete, der wirtschaftlichen und finanzpolitischen Aufwärtsentwicklung jedoch ein jähes Ende. Im Januar wurde in Deutschland erstmals die durch das Virus ausgelöste Lungenkrankheit COVID-19 registriert. Im März und April stieg die Zahl der Neuinfizierten dann sprunghaft an. Um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, einigten sich Bund und Länder am 22. März auf strenge Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. Kitas, Schulen und Hochschulen wurden geschlossen, Großveranstaltungen abgesagt, Restaurants, große Teile des Einzelhandels und Anbieter persönlicher Dienstleistungen mussten den Betrieb einstellen, der Reiseverkehr kam weitgehend zum Erliegen und Industrieunternehmen, deren Absatz einbrach, führten Kurzarbeit ein oder stoppten ihre Produktion ganz und gar. Um den wirtschaftlichen Fortbestand der von der Corona-Krise schwer getroffenen Unternehmen und selbstständigen Existenzen zu retten und die sozialen Auswirkungen auf die Beschäftigten und ihre Familien abzufedern, wurden auf staatlicher Ebene Hilfsprogramme im Umfang von rund 350 Mrd € beschlossen.

Unter diesen Vorgaben trat im Mai, wie stets zu dieser Zeit, der Arbeitskreis Steuerschätzungen zusammen, um Schätzzahlen über die voraussichtlichen Steuereinnahmen im laufenden Jahr und den vier folgenden Jahren vorzulegen. Das schockierende Ergebnis dieser Schätzung: 2020 schrumpfen die Steuererträge gegenüber dem Vorjahr um fast 82 Mrd € (10,2 %) auf nur 717,8 Mrd €. Die größten Einbußen (-13,5 %) erleidet der Bund; die Länder nehmen 8,4 % weniger ein, die Gemeinden 11,1 %. Prozentual am stärksten schlägt die Corona-Krise bei der Körperschaftsteuer durch (-41,3 %); große Einnahmenausfälle zeichnen sich auch bei der veranlagten Einkommensteuer (-25,3 %) und der Gewerbesteuer (-24,8 %) ab. Die Umsatzsteuer gibt um 9,1 % nach.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 06/2020
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