Renten: Viele magere Jahre

Renten: Viele magere Jahre
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Infografik Nr. 149455

Renten: Viele magere Jahre

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Renten: Viele magere Jahre

Die Renten der gesetzlichen Rentenversicherung werden jährlich zum 1. Juli an die Entwicklung der Löhne der Beschäftigten angepasst. Neben den rund 21 Millionen Rentenbeziehern sind davon auch die Empfänger anderer Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld II, Grundsicherung im Alter und Sozialhilfe betroffen, deren Regelsätze entsprechend dem prozentualen Anstieg der Renten angehoben werden. Infolge der Rentenreformen seit den 1990er Jahren werden die Lohnzuwächse der aktiven Arbeitnehmer allerdings nicht in vollem Umfang auf die Renten übertragen. So soll eine Überforderung der Rentenkassen (und letztlich der Beitragszahler) durch steigende Rentenlasten vermieden werden.

Zu den rentendämpfenden Maßnahmen gehört die Berücksichtigung eines Altersvorsorgeanteils und eines Nachhaltigkeitsfaktors bei der Rentenanpassung. Im einen Fall werden die Aufwendungen der Arbeitnehmer für den Aufbau einer privaten Altersvorsorge auch bei den Renten in Anschlag gebracht; im anderen Fall steigt die Rente langsamer, wenn die Zahl der Rentenbezieher im Verhältnis zu den Beitragszahlern wächst. Die Anwendung dieser Dämpfungsmaßnahmen hätte in wirtschaftlich schwächeren Zeiten mehrfach zu Rentenkürzungen geführt (2005, 2006, 2010), doch wurde dies durch eine Schutzklausel verhindert. Die unterbliebenen Kürzungen werden allerdings in Jahren mit positiver Rentenanpassung schrittweise nachgeholt (so in Westdeutschland 2001-2013).

Auf den Betrag, den die Rentner ausgezahlt bekommen, wirkt sich außer der Lohnentwicklung und den rentendämpfenden Faktoren auch noch die Belastung durch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge aus. Dies erklärt die über lange Jahre nur verhaltene Entwicklung der Renten, wie sie sich am Beispiel der so genannten Standardrente – der Rente eines Durchschnittsverdieners mit 45 Versicherungsjahren – ablesen lässt. Im Jahr 2000 bezifferte sich die Standardrente (West) im Durchschnitt auf 1030 € im Monat; 2013 beläuft sie sich auf 1134 € (jeweils netto vor Steuern, d.h. nach Abzug des Eigenbeitrags zur Kranken- und Pflegeversicherung). Das entspricht einem Zuwachs um knapp 24%.

Berücksichtigt man aber den Anstieg der Verbraucherpreise, konnten sich die Rentner in den meisten Jahren nicht mehr, sondern weniger als vorher von der Rente leisten. Ausgehend vom Jahr 2000 büßte eine Standardrente bis 2013 rund 11% ihrer Kaufkraft ein. Ihr Realwert schrumpfte von ursprünglich 1030 € auf nur noch 917 € – ein Resultat, zu dem die schwache Lohnentwicklung, der schleichende Preisanstieg und die politisch gewollte Absenkung des Rentenniveaus jeweils ihren Teil beitrugen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 03/2013
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