Rückgang der Luftschadstoffe

Rückgang der Luftschadstoffe

Infografik Nr. 126298

Rückgang der Luftschadstoffe

Seit es in Deutschland eine eigenständige Umweltpolitik gibt, also etwa seit Anfang der 1970er Jahre, wurden auf dem Gebiet der Luftreinhaltung ein ...

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Rückgang der Luftschadstoffe

Seit es in Deutschland eine eigenständige Umweltpolitik gibt, also etwa seit Anfang der 1970er Jahre, wurden auf dem Gebiet der Luftreinhaltung eindrückliche Verbesserungen erzielt, zu denen sowohl internationale Abkommen und gesetzgeberische Maßnahmen auf nationaler Ebene als auch Veränderungen der Wirtschaftsstruktur und technische Fortschritte beigetragen haben. Als Leitgesetz für die Luftreinhaltung hatte der Bundestag 1974 das Bundes-Immissionsschutzgesetz verabschiedet. Das Gesetz zielt darauf ab, Menschen und Umwelt vor schädlichen Einwirkungen zu schützen und dem Entstehen solcher Einwirkungen vorzubeugen. Für die Umsetzung dieser Ziele sorgt ein ganzes Arsenal von Einzelregelungen, die sich überwiegend auf den Betrieb von Kraftwerks- und Industrieanlagen richten, aber auch Vorschriften für den Fahrzeugverkehr, für bestimmte Produkte (wie Heizöl und Kraftstoffe) oder für besonders schutzwürdige Gebiete umfassen. Industrie- und Gewerbeanlagen, von denen besondere Gefahren für die Umwelt ausgehen können, sind genehmigungspflichtig. Welche Anforderungen sie im Einzelnen erfüllen müssen, ist in Verordnungen und Verwaltungsvorschriften festgelegt.

Zwei Regelwerke sind darunter besonders hervorzuheben: Die 1983 in Kraft getretene Großfeuerungsanlagen-Verordnung begrenzte die zulässigen Schadstoffemissionen aus Kraft- und Fernheizwerken und erzwang so die durchgreifende Sanierung des Kraftwerksparks innerhalb nur eines Jahrzehnts. Die 1974 erstmals erlassene TA Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft) legte Grenzwerte für den Schadstoffausstoß aus Industrieanlagen fest und trug so ebenfalls entscheidend zum Rückgang der Luftschadstoffe aus stationären Quellen bei.

Eine Grundlage für die Verringerung der grenzüberschreitenden Luftbelastungen wurde durch die Genfer Luftreinhalte-Konvention (1979) geschaffen. Innerhalb der EU setzte die Rahmenrichtlinie zur Luftqualität von 1996 neue Maßstäbe für die Begrenzung der wichtigsten Luftschadstoffe. Sie wurde 2008 durch die Richtlinie über Luftqualität und saubere Luft für Europa abgelöst. Um den Schadstoffausstoß einzudämmen, gab die NEC-Richtlinie der EU von 2001 nationale Emissions-Obergrenzen vor, die ab 2010 eingehalten werden sollten. Diese Obergrenzen gelten für Schwefeldioxid, Stickoxide, Ammoniak und flüchtige organische Verbindungen, d.h. für Luftschadstoffe, die zur Versauerung oder Überdüngung von Böden und Gewässern und zur Bildung des bodennahen Ozons beitragen. Die geplante Revision der Richtlinie (mit dem Zieljahr 2020) wird auch Obergrenzen für die Feinstaubbelastung festlegen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 10/2012
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