Aufklärung von Verbrechen

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Aufklärung von Straftaten

Eine wirksame Strafverfolgung bemisst sich vor allem daran, ob Verbrechen aufgeklärt und der oder die Täter bestraft werden können. Daten zur Aufklärung von S ...

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Aufklärung von Straftaten

Eine wirksame Strafverfolgung bemisst sich vor allem daran, ob Verbrechen aufgeklärt und der oder die Täter bestraft werden können. Daten zur Aufklärung von Straftaten veröffentlicht das Bundeskriminalamt alljährlich in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS). Die dort genannten Aufklärungsquoten für einzelne Straftaten sind allerdings aus verschiedenen Gründen mit Vorsicht zu interpretieren: • Erstens erfasst die PKS nur das sogenannte „Hellfeld“, also die zur Anzeige gebrachten Straftaten; das Dunkelfeld bleibt naturgemäß außer Betracht. • Zweitens gilt in der polizeilichen Statistik ein Fall bereits als „aufgeklärt“, wenn mindestens ein namentlich bekannter Tatverdächtiger ermittelt wurde. Ob der Beschuldigte wirklich der Täter ist, stellt nicht die Polizei fest, sondern später ein Gericht.

Die Aufklärungsquote für alle Straftaten zusammen lag in Deutschland seit Ende der 1990er Jahre stets etwas über 50 %. Im Jahr 2014 wurden der Polizei rund 6,1 Mio Straftaten bekannt; in 3,3 Mio Fällen (54,9 %) konnten Tatverdächtige ermittelt werden. Je nach Straftat fällt die Aufklärungsquote aber sehr unterschiedlich aus. Besonders hoch ist sie bei Mord und Totschlag, aber auch bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung sowie bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung. Gerade bei letzterer Straftatengruppe ist allerdings von einem hohen Dunkelfeld auszugehen, weil Sexualdelikte von den Opfern oft aus Scham oder Angst nicht zur Anzeige gebracht werden. Sehr niedrig sind die Aufklärungsquoten vor allem bei Diebstahldelikten: So ließ sich beim Kfz-Diebstahl 2014 in kaum mehr als einem Viertel der registrierten Fälle (27,5 %) ein Tatverdächtiger ermitteln, bei Diebstählen im Rahmen von Wohnungseinbrüchen sogar nur in jedem sechsten Fall (15,9 %). Ob für ein Verbrechen ein Tatverdächtiger gefunden wird, hängt von zahlreichen, kaum messbaren Faktoren ab. Eine Rolle spielt nicht nur die personelle und materielle Ausstattung der Polizei, sondern auch die Schwere der Straftat: So werden bei Mordermittlungen in der Regel wesentlich mehr Ressourcen mobilisiert als zur Aufklärung von Einbrüchen oder Autodiebstählen. Manche Straftaten wiederum sind schon auf Grund ihrer Natur leichter aufzuklären als andere: Werden z. B. Delikte wie ein Wohnungseinbruch, ein Raub oder eine Sachbeschädigung angezeigt, ist die Identität der Täter im Allgemeinen unbekannt; bei Rauschgiftdelikten, ausländerrechtlichen Verstößen, Beleidigung oder Betrug werden die Tatverdächtigen dagegen meist schon direkt mit der Anzeige identifiziert.

Im Ländervergleich bewegten sich die Aufklärungsquoten 2014 zwischen 44 bis 46 % in den Stadtstaaten und 60 bis 64 % in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz,Thüringen und Bayern.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 08/2015
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