Arbeitsvolumen 1970-2017

Arbeitsvolumen 1970-2017

Infografik Nr. 479725

Das Bruttoinlandsprodukt ist das Ergebnis der von den Erwerbstätigen im Inland geleisteten Arbeit. Erwerbstätige sind alle wirtschaftlich Aktiven – Arbeiter, Angestellte, Beamte, Selb ...

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Das Bruttoinlandsprodukt ist das Ergebnis der von den Erwerbstätigen im Inland geleisteten Arbeit. Erwerbstätige sind alle wirtschaftlich Aktiven – Arbeiter, Angestellte, Beamte, Selbstständige und deren mithelfende Familienangehörige. Die Zahl der Erwerbstätigen gibt folglich Aufschluss darüber, wie viele Menschen in die marktmäßige oder öffentliche Güterproduktion eingespannt sind. Im früheren Bundesgebiet waren 1970 rund 26,6 Mio Männer und Frauen erwerbstätig. Die entsprechende Zahlenreihe für das vereinigte Deutschland beginnt 1991 mit 38,8 Mio Erwerbstätigen. Es folgte ein Rückgang bis auf 37,8 Mio (1993/94), danach ein deutlicher Anstieg auf 39,9 Mio (2000). Nach einer Phase der Stagnation setzte mit den Arbeitsmarktreformen von 2005 eine neuerliche Aufwärtsbewegung ein, in deren Verlauf die durchschnittliche Zahl der Erwerbstätigen auf den Rekordwert von 44,3 Mio (2017) kletterte.

Um die Bedeutung des Faktors Arbeit für die deutsche Volkswirtschaft zu erfassen, ist die Entwicklung der Erwerbstätigenzahlen allerdings nur noch bedingt geeignet. Ein Durchschnitts-Erwerbstätiger von heute ist mit dem vor vier Jahrzehnten nämlich kaum vergleichbar. Leistete ein Erwerbstätiger 1970 im damaligen Bundesgebiet durchschnittlich 1966 Arbeitsstunden, so sind es in Deutschland heute nur noch etwa 1355 Stunden. Damals war ein Erwerbstätiger weitgehend einer Vollzeit-Arbeitskraft gleichzusetzen; heute geht ein großer Prozentsatz der Erwerbstätigen einem Teilzeit- oder Minijob nach. Auch haben die Verkürzung der tariflichen Arbeitszeiten und die Verlängerung des Jahresurlaubs zum Rückgang der durchschnittlichen Jahresarbeitszeit beigetragen.

Ein besserer Maßstab für den Beitrag des Faktors Arbeit zum BIP ist das Arbeitsvolumen, die Summe der im Laufe eines Jahres im Inland geleisteten Arbeitsstunden. Vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) liegen dazu Daten für die Jahre seit 1970 vor. Diesen Zahlen zufolge schrumpfte die Gesamtarbeitszeit der Erwerbstätigen im früheren Bundesgebiet zwischen 1970 und 1991 von 52,3 auf 48,7 Milliarden Stunden. Im vereinigten Deutschland sank das Arbeitsvolumen (einschl. auch der unbezahlten Überstunden) von 60,3 (1991) auf 55,5 Milliarden Stunden (2005) und stieg dann bis 2008 auf knapp 58,0 Milliarden Stunden an. Nach einem scharfen Rückgang im Krisenjahr 2009 kletterte das jährliche Arbeitsvolumen bis 2017 weiter auf 60,0 Milliarden Stunden und kam damit fast wieder an den Stand von 1991 heran. Die damalige Wirtschaftsleistung wurde jedoch weit übertroffen. So war die Stundenproduktivität – das reale BIP je geleistete Arbeitsstunde – 2017 um 44 % höher als 1991.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 04/2018
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