Arbeitsvolumen 1970-2020

Arbeitsvolumen 1970-2020

Infografik Nr. 479725

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Das Bruttoinlandsprodukt ist das Ergebnis der von den Erwerbstätigen im Inland geleisteten Arbeit. Erwerbstätige sind alle wirtschaftlich Aktiven – Arbeiter, Angestellte, Beamte, Selbstständige und deren mithelfende Familienangehörige. Die Zahl der Erwerbstätigen gibt folglich Aufschluss darüber, wie viele Menschen in die marktmäßige oder öffentliche Güterproduktion eingespannt sind. Die entsprechende Zahlenreihe für das vereinigte Deutschland beginnt 1991 mit 38,9 Mio Erwerbstätigen. Es folgte ein Rückgang auf 37,9 Mio (1993/94), danach ein deutlicher Anstieg auf knapp 40,0 Mio (2000). Nach einer Phase der Stagnation setzte mit den Arbeitsmarktreformen von 2005 eine neuerliche Aufwärtsbewegung ein, in deren Verlauf die durchschnittliche Zahl der Erwerbstätigen 2019 auf den Rekordwert von 45,3 Mio kletterte, ehe sie in der Corona-Pandemie 2020 auf 44,8 Mio zurückfiel.

Um die Bedeutung des Faktors Arbeit für die deutsche Volkswirtschaft zu erfassen, ist die Entwicklung der Erwerbstätigkeit allerdings nur noch bedingt geeignet. Ein Durchschnitts-Erwerbstätiger von heute ist mit dem früherer Jahrzehnte nämlich kaum vergleichbar. Leistete ein Erwerbstätiger 1970 im damaligen Bundesgebiet durchschnittlich 1 966 Arbeitsstunden, so waren es in Deutschland 2019 nur 1 383 Stunden und 2020 sogar nur noch 1 332 Stunden. Damals war ein Erwerbstätiger weitgehend einer Vollzeit-Arbeitskraft gleichzusetzen; heute geht ein großer Prozentsatz der Erwerbstätigen einem Teilzeit- oder Minijob nach. Auch haben die Verkürzung der tariflichen Arbeitszeiten und die Verlängerung des Jahresurlaubs zum Rückgang der durchschnittlichen Jahresarbeitszeit beigetragen.

Ein besserer Maßstab für den Beitrag des Faktors Arbeit zum BIP ist daher das Arbeitsvolumen, die Summe der im Lauf eines Jahres geleisteten Arbeitsstunden. Dazu liegen Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vor. Die Gesamtarbeitszeit der Erwerbstätigen im vereinigten Deutschland (einschl. auch der unbezahlten Überstunden) ging demnach zwischen 1991 und 2005 tendenziell zurück – von 60,4 auf 56,3 Milliarden Stunden. Seitdem zeigte der Trend wieder nach oben, auch wenn er in der Finanzkrise 2009 kurzzeitig unterbrochen wurde. 2019 kletterte das jährliche Arbeitsvolumen auf rekordhohe 62,6 Mrd Stunden. 2020 gab es infolge der Corona-Pandemie jedoch einen Rückschlag um 3,7 % auf 59,6 Mrd Stunden. Neben dem Rückgang der Erwerbstätigkeit war dafür die verbreitete Nutzung von Kurzarbeit zur Überbrückung der Krise ausschlaggebend. Und auch die erzwungenen Arbeitsausfälle vieler Selbstständiger fielen dabei stark ins Gewicht.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 06/2021
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