Erwerbstätige in Deutschland 1991-2014

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Erwerbstätige in Deutschland 1991-2014

In den mehr als zwei Jahrzehnten seit der deutschen Einigung entwickelte sich die Erwerbstätigkeit in zwei langgestreckten Wellen. 1991 ga ...

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Erwerbstätige in Deutschland 1991-2014

In den mehr als zwei Jahrzehnten seit der deutschen Einigung entwickelte sich die Erwerbstätigkeit in zwei langgestreckten Wellen. 1991 gab es in Deutschland noch 38,8 Millionen Erwerbstätige. Durch den Umbau der ostdeutschen Wirtschaft, den Konjunktureinbruch von 1993 und die verschärfte Rationalisierung im Westen ging diese Zahl im Lauf der 1990er Jahre bis auf rund 37,8 Mio zurück. Im anschließenden Aufschwung erreichte die Erwerbstätigkeit im Jahr 2000 mit 39,9 Mio ein neues Hoch, das allerdings nur von kurzer Dauer war. Denn der New-Economy-Boom endete abrupt und es folgten Jahre des Stillstands, aus dem sich die deutsche Wirtschaft erst ab 2006 wieder befreite. Begünstigt durch eine lebhafte Exportkonjunktur nahm die Erwerbstätigkeit dann aber rasch wieder zu und kletterte 2007 erstmals auf mehr als 40 Mio. An dieser Entwicklung hatten die Arbeitsmarktreform von 2005 und die jahrelang zurückhaltende Lohnpolitik einen entscheidenden Anteil.

Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise wurde der Aufwärtstrend der Erwerbstätigenzahlen 2009/10 verlangsamt, aber nicht gebrochen. Dank konjunkturstützender Maßnahmen, Ausweitung der Kurzarbeit und Verrechnung schwankender Einsatzzeiten über Arbeitszeitkonten gelang es, Arbeitsplatzverluste größeren Ausmaßes zu vermeiden. In dem sich anschließenden Aufschwung stieg die Zahl der Erwerbstätigen auf neue Rekordwerte. 2014 wuchs sie im Jahresdurchschnitt auf 42,7 Mio.

Die Schwankungen der Erwerbstätigkeit von 1991 bis 2014 spiegeln vor allem das konjunktur- und krisenbedingte Auf und Ab bei den abhängig beschäftigten Arbeitnehmern. Dagegen nahm die Zahl der Selbstständigen ab Anfang der 1990er Jahre fast kontinuierlich zu. Erst ab 2013 schwächte sie sich wieder etwas ab. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen lag 1991 bei 9,2 %, 2014 bei 10,3 %.

Die Definition der Erwerbstätigkeit folgt dem Labour-Force-Konzept der Internationalen Arbeits-Organisation (ILO). Als Erwerbstätige gelten danach alle Personen, die in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis (als Arbeiter, Angestellte, Beamte) oder als Selbstständige einer Erwerbsarbeit nachgehen. Der zeitliche Umfang ihrer Tätigkeit spielt dabei keine Rolle. Die Zunahme der erwerbstätigen Personen verrät daher noch nichts über die „Qualität“ der Beschäftigung. Tatsächlich haben sich Beschäftigungsformen unterhalb des Normalarbeitsverhältnisses stark ausgebreitet, viele davon mit eingeschränkter Arbeitszeit. Deshalb blieb das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen, die Summe der geleisteten Arbeitsstunden, hinter der Entwicklung der Erwerbstätigkeit zurück.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 02/2015
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