Erwerbstätige in Deutschland 1991-2020

Erwerbstätige in Deutschland 1991-2020

Infografik Nr. 247127

Dieses ZAHLENBILD bildet die Anzahl der Erwerbstätigen in Deutschland von 1991 bis  2020 ab. Auch die geleistete Jahresarbeitszeit ist dargestellt. Direkt herunterladen!

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In den Jahren seit der deutschen Einigung entwickelte sich die Erwerbstätigkeit in zwei langgestreckten Wellen. 1991 gab es in Deutschland noch 38,9 Millionen Erwerbstätige. Durch den Umbau der ostdeutschen Wirtschaft, den Konjunktureinbruch von 1993 und die verschärfte Rationalisierung im Westen ging diese Zahl im Lauf der 1990er Jahre auf rund 38,0 Mio zurück. Im anschließenden Aufschwung erreichte die Erwerbstätigkeit im Jahr 2000 mit 40,0 Mio ein neues Hoch, das allerdings nur von kurzer Dauer war. Denn der New-Economy-Boom endete abrupt und es folgten Jahre des Stillstands, aus dem sich die deutsche Wirtschaft erst ab 2006 wieder befreite. Begünstigt durch eine lebhafte Exportkonjunktur nahm die Erwerbstätigkeit dann aber rasch wieder zu – der Auftakt zu einer 14-jährigen Periode des Beschäftigungsaufbaus.

An dieser Entwicklung hatten die Arbeitsmarktreform von 2005 und die jahrelang zurückhaltende Lohnpolitik der Gewerkschaften einen entscheidenden Anteil. Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise wurde der Aufwärtstrend der Erwerbstätigenzahlen 2009/10 zwar verlangsamt, aber nicht gebrochen, da es u.a. durch Ausweitung der Kurzarbeit und konjunkturstützende Maßnahmen gelang, Arbeitsplatzverluste größeren Ausmaßes zu vermeiden. 2019 erreichte die Zahl der Erwerbstätigen mit durchschnittlich 45,3 Mio ihren höchsten Stand, ehe sie 2020 vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie auf 44,8 Mio zurückging. Nach Auffassung des Statistischen Bundesamts wäre der Beschäftigungszuwachs aber auch ohne Corona bald zu einem Ende gekommen, weil das Arbeitskräftepotenzial auf Grund der demographischen Entwicklung kaum noch zunimmt bzw. demnächst schrumpft.

Die Definition der Erwerbstätigkeit folgt dem Labour-Force-Konzept der Internationalen Arbeits-Organisation (ILO). Als Erwerbstätige gelten demnach alle Personen, die in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis (als Arbeiter, Angestellte, Beamte) oder als Selbstständige einer Erwerbsarbeit nachgehen. Der zeitliche Umfang ihrer Tätigkeit spielt dabei keine Rolle. Die Zunahme der erwerbstätigen Personen verrät daher noch nichts über die „Qualität“ der Beschäftigung. Tatsächlich haben sich Beschäftigungen unterhalb des Normalarbeitsverhältnisses stark ausgebreitet, viele davon mit eingeschränkter Arbeitszeit. Deshalb blieb das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen, die Summe der geleisteten Arbeitsstunden, im hier betrachteten Zeitraum hinter der Entwicklung der Erwerbstätigkeit zurück. In der Corona-Krise sank die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden 2020 mit 59,6 Milliarden sogar wieder unter den Stand von 1991 (60,4 Mrd).

Ausgabe: 01/2021
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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