Die Selbstständigen

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Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland stieg zwischen 1991 und 2017 von 38‚9 Mio auf 44‚2 Mio‚ unterbrochen allerdings durch Rückschläge in den frühen 1990er Jahren und in der wirtschaftlich schwierigen Zeit von 2001-2005. Während die Arbeitnehmer größeren Schwankungen auf dem Arbeitsmarkt unterworfen waren‚ kletterte die Zahl der Selbstständigen (einschließlich der mithelfenden Familienangehörigen) über viele Jahre fast kontinuierlich‚ und auch ihr Anteil an der Gesamtzahl aller Erwerbstätigen vergrößerte sich stetig.

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Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland stieg zwischen 1991 und 2017 von 38‚9 Mio auf 44‚2 Mio‚ unterbrochen allerdings durch Rückschläge in den frühen 1990er Jahren und in der wirtschaftlich schwierigen Zeit von 2001-2005. Während die Arbeitnehmer größeren Schwankungen auf dem Arbeitsmarkt unterworfen waren‚ kletterte die Zahl der Selbstständigen (einschließlich der mithelfenden Familienangehörigen) über viele Jahre fast kontinuierlich‚ und auch ihr Anteil an der Gesamtzahl aller Erwerbstätigen vergrößerte sich stetig. Ab 2007 blieb sie für einige Zeit annähernd konstant‚ seit 2012 zeigte der Trend jedoch wieder nach unten. 2017 gingen noch knapp 4‚3 Mio einer selbstständigen Beschäftigung nach; das waren 9‚7% aller Erwerbstätigen.

Die Aufwärtsentwicklung in den 1990er Jahren mochte überraschen‚ war der Anteil der Selbstständigen im früheren Bundesgebiet zuvor doch über Jahrzehnte rückläufig. Die Ursache dafür lag in Veränderungen der Wirtschaftsstruktur‚ von denen vor allem die kleinen Existenzen in der Landwirtschaft und im Handel betroffen waren. Mit dem Rückgang bei den selbstständigen Landwirten und Einzelhandelskaufleuten verloren die Selbstständigen sozialstrukturell insgesamt an Gewicht.

Die Erscheinungsformen der Selbstständigkeit sind aber vielfältig und während sie in der Landwirtschaft und den konsumnahen Gewerben auf dem Rückzug war‚ breitete sie sich in anderen Bereichen geradezu stürmisch aus. Mit dem Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft entstanden immer neue Betätigungsfelder für selbstständiges Wirtschaften. In der Aufteilung nach Wirtschaftsbereichen waren 2017 noch 20% der Selbstständigen dem Bereich Handel‚ Gastgewerbe und Verkehr zuzurechnen‚ der Anteil der Unternehmensdienstleister (Rechts-‚ Steuer-‚ Unternehmensberatung; Public Relations; Leasing) war jedoch auf 25% gestiegen. Auf die Bereiche Erziehung‚ Gesundheit‚ Erholung – einschließlich kreativer und künstlerischer Tätigkeiten – entfielen weitere 20%‚ auf das Baugewerbe 12%.

Maßgebend für die langjährige Zunahme der Selbstständigkeit war neben der Entstehung „neuer“ Dienstleistungen (zum Teil durch Outsorcing aus größeren Unternehmen) auch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt: Nicht wenige wagten den Schritt in die Selbstständigkeit als Ausweg aus der Arbeitslosigkeit. Die staatliche Förderung von Existenzgründungen half ihnen dabei (vor allem in den Jahren 2004-2011). Als sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbesserte‚ entschieden sich viele Erwerbstätige wieder für eine abhängige Beschäftigung anstelle einer selbstständigen Tätigkeit mit ungewissen Verdienstaussichten.

Seitenanzahl: 1
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 10/2018
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