Unterbeschäftigung = Arbeitslosigkeit + x

Unterbeschäftigung = Arbeitslosigkeit + x

Infografik Nr. 258227

Unterbeschäftigung = Arbeitslosigkeit + x

In Deutschland waren 2009 im Durchschnitt rund 3,4 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Aber die offizielle Arbeitslosenstatistik bildet n ...

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Unterbeschäftigung = Arbeitslosigkeit + x

In Deutschland waren 2009 im Durchschnitt rund 3,4 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Aber die offizielle Arbeitslosenstatistik bildet nur einen Teil der Arbeitsmarktprobleme ab. Die tatsächlich bestehende Unterbeschäftigung ist viel größer.

So ermittelt der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung jährlich den Umfang der versteckten Arbeitslosigkeit, das heißt die Anzahl derjenigen, die an arbeitsmarktpolitischen Programmen teilnehmen und dafür öffentliche Leistungen erhalten, aber nicht als Arbeitslose gezählt werden, darunter Teilnehmer an Qualifizierungs- und Trainingsmaßnahmen, Ein-Euro-Jobber, Kurzarbeiter mit ihrem subventionierten Arbeitsausfall und Vorruheständler. 2009 befanden sich demnach 1,6 Mio Menschen in verdeckter Arbeitslosigkeit; zusammen mit der registrierten Arbeitslosigkeit ergab sich somit eine Gesamtzahl von 5,0 Mio Arbeitslosen.

Das Statistische Bundesamt macht eine andere Rechnung über den Umfang des ungenutzten Arbeitskräftepotenzials auf. Im Rahmen der repräsentativen Arbeitskräfteerhebung ermittelt es zunächst die Zahl der Erwerbslosen (2009: 3,2 Mio). Hinzu kommt die so genannte Stille Reserve – Menschen, die gern arbeiten würden, aber die Suche nach einer Arbeit mangels Erfolgsaussichten aufgegeben haben (1,2 Mio). Und schließlich werden noch die 4,2 Mio Erwerbstätigen berücksichtigt, die mehr Arbeitsstunden leisten würden, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten (z.B. Teilzeitkräfte). So ergibt sich eine Gesamtzahl von 8,6 Mio Menschen, deren Arbeitskraft entgegen ihren Wünschen ganz oder teilweise brachliegt.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) errechnet den Umfang der Unterbeschäftigung als Differenz zwischen dem Angebot am Arbeitsmarkt, d.h. dem Erwerbspersonenpotenzial, und der Nachfrage nach Arbeitskräften, wie sie in der tatsächlichen Zahl der Erwerbstätigen zum Ausdruck kommt. Den „harten Kern“ der Unterbeschäftigung bilden auch hier die registrierten Arbeitslosen, deren Zahl sich um die in Arbeitsmarktmaßnahmen untergebrachte Arbeitskraftreserve und die Stille Reserve im engeren Sinn erhöht. 2009 belief sich die so errechnete Gesamtzahl der Unterbeschäftigten auf 4,4 Mio. Obwohl das Ausmaß der Unterbeschäftigung seit der Arbeitsmarktreform von 2005 deutlich abgenommen hat, war damit immer noch ein Zehntel des Erwerbspersonenpotenzials unausgelastet. Die Vorausberechnungen des IAB lassen allerdings erwarten, dass die Arbeitsplatzlücke ab 2010 beschleunigt schrumpft. Grund dafür ist der demographisch bedingte Rückgang der arbeitsfähigen Bevölkerung.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 06/2010
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