Die Arbeitslosen 1991-2019

Die Arbeitslosen 1991-2019

Infografik Nr. 258238

Obwohl sich die Industrieproduktion 2019 merklich abschwächte, verzeichnete die deutsche Volkswirtschaft im Ganzen noch einmal ein reales Wachstum. Gestützt durch private und staatliche Konsumausgaben und die weiterhin lebhaften Bauinvestitionen nahm die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahr um 0,6 % zu. Der Arbeitsmarkt zeigte sich weiterhin in robuster Verfassung. Zwar ließ die Dynamik des seit Jahren anhaltenden Beschäftigungswachstums nach, doch stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt auf 45,3 Millionen und war damit so hoch wie nie zuvor. Parallel zu dieser Entwicklung nahm das Arbeitskräfteangebot in Deutschland weiter zu.

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Obwohl sich die Industrieproduktion 2019 merklich abschwächte, verzeichnete die deutsche Volkswirtschaft im Ganzen noch einmal ein reales Wachstum – und das bereits im zehnten Jahr seit der Rezession von 2009. Gestützt durch private und staatliche Konsumausgaben und die weiterhin lebhaften Bauinvestitionen nahm die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahr um 0,6% zu. Der Arbeitsmarkt zeigte sich weiterhin in robuster Verfassung. Zwar ließ die Dynamik des seit Jahren anhaltenden Beschäftigungswachstums nach, doch stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt auf 45,3 Millionen (+0,9 %) und war damit so hoch wie nie zuvor. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte noch einmal zu: Im Juni 2019 waren 33,4 Mio Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt – rund 537 000 oder 1,6 % mehr als im Vorjahr. Einen neuen Rekordstand erreichte auch das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen mit einem Zuwachs um 0,5 % auf rund 62,6 Milliarden Stunden.

Parallel zu dieser Entwicklung nahm das Arbeitskräfteangebot in Deutschland weiter zu. Betrachtet man allein die demographische Entwicklung, wäre die Nachfrage nach Arbeitsplätzen geschrumpft, weil mehr ältere Menschen aus dem Erwerbsleben ausschieden als junge nachrückten; dem standen aber die Zuwanderung aus dem Ausland, die größere Erwerbsneigung vor allem von Frauen und der Arbeitsmarkteintritt von bereits länger in Deutschland lebenden Flüchtlingen gegenüber. Unter dem Strich nahm das Erwerbspersonenpotenzial deshalb um schätzungsweise 220 000 auf 47,65 Millionen zu.

Da die Beschäftigung stärker stieg als die Arbeitsplatznachfrage, ging die Arbeitslosenzahl erneut zurück. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Jahresdurchschnitt 2,27 Mio Menschen arbeitslos gemeldet (rund 73000 weniger als im Vorjahr), davon 1,26 Mio Männer und gut 1,00 Mio Frauen. Das entsprach einer Arbeitslosenquote von 5,0 % aller zivilen Erwerbspersonen (nach 5,2 % im Vorjahr). In Ostdeutschland ging die Arbeitslosenquote stärker zurück, weil das Arbeitskräfteangebot dort nicht so stark zunahm wie in Westdeutschland. Mit 6,4 % lag sie aber immer noch etwas höher als im Westen (4,7 %). Auf Länderebene bewegte sie sich zwischen 2,8 % in Bayern und 9,9 % in Bremen. Insgesamt sank die registrierte Arbeitslosigkeit auf den niedrigsten Stand seit der deutschen Einigung.

Von der rückläufigen Arbeitslosigkeit profitierten nahezu alle Personengruppen. Allerdings stieg die Quote der arbeitslosen Ausländer auf 12,3 %, während sich die der Deutschen auf 4,0 % verringerte.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 02/2020
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