Vermögensverteilung in Deutschland

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Vermögensverteilung in Deutschland

Die privaten Vermögen in Deutschland sind nach wie vor sehr ungleich verteilt. Das ergaben Berechnungen auf der Grundlage des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) für das Jahr 2012. In ihrer Gesamtheit verfügten die privaten Haushalte über ein Nettovermögen von 6,3 Billionen Euro. Als Vermögensbestandteile – nach Abzug von Schulden – gehen Immobilien, Geldvermögen, private Lebens- und Rentenversicherungen, Bausparverträge, Betriebsvermögen sowie Sachvermögen in Form wertvoller Sammlungen in diese Summe ein. Die am weitesten verbreitete Vermögensform ist das Geldvermögen, das fast jeder zweite (47 %) zurückgelegt hat; es folgen Versicherungen (39 %) und selbst genutztes Wohneigentum (38 %). Würde das Gesamtvermögen gleichmäßig aufgeteilt, hätte jeder Erwachsene (ab 17 Jahren) ein durchschnittliches Nettovermögen von rund 83000 Euro zur Verfügung.

Die tatsächliche Vermögensverteilung, wie sie sich in der SOEP-Studie darstellt, zeigt aber ein sehr einseitiges Bild. So liegt der Medianwert bei nur 16660 Euro. Er besagt, dass die Hälfte der Bevölkerung weniger als diesen Betrag besitzt. Mehr als jeder vierte (28 % der Erwachsenen) hat keinerlei persönliches Vermögen oder steckt sogar in Schulden. Auf der anderen Seite konzentrieren sich die hohen Vermögen auf einen ganz kleinen Teil der Bevölkerung. So können die reichsten 10 % auf einen Nettovermögensbestand von mindestens 216970 Euro zurückgreifen; die oberen 5 % haben ein Vermögen von 323180 Euro oder mehr; und für die obersten 1 % steht ein Vermögen ab 817280 Euro zu Buche. Dabei ist zu bedenken, dass die Superreichen bei Befragungen nur unzureichend erfasst werden, so dass die bestehende Vermögensungleichheit eher noch unterschätzt wird.

Die Studie bestätigt die immer noch bestehenden Unterschiede der Vermögenslage in West- und Ostdeutschland. So ist das durchschnittliche Nettovermögen im Westen mit 93790 Euro fast doppelt so hoch wie im Osten (41140 Euro). Der Median, der die Bevölkerung in eine ärmere und eine wohlhabendere Hälfte teilt, liegt im Westen bei 21000 Euro, im Osten dagegen bei lediglich 8080 Euro.

Als Maß zur Erfassung von Vermögensungleichheit dient der Gini-Koeffizient. Sein Wert bewegt sich zwischen 0 (wenn die Vermögen völlig gleichmäßig verteilt sind) und 1 (wenn alle Vermögen sich in einer Person konzentrieren). Für ganz Deutschland belief er sich 2012 auf 0,780. Gegenüber früheren Untersuchungen von 2002 und 2007 zeigte er sich damit kaum verändert. Im internationalen Vergleich lag er zwar niedriger als in den USA (2010: 0,87), aber deutlich höher als in Frankreich (0,68) oder Italien (0,61).

Seitenanzahl: 1
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 03/2014
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