Deutsche Wirtschaft 2000-2015

Deutsche Wirtschaft 2000-2015

Infografik Nr. 200511

Deutsche Wirtschaft 2005-2015

In den 1990er Jahren war die deutsche Volkswirtschaft gegenüber den Partnerländern in der EU, vor allem aber gegenüber den USA, deutlich zurückgefallen. A ...

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Deutsche Wirtschaft 2005-2015

In den 1990er Jahren war die deutsche Volkswirtschaft gegenüber den Partnerländern in der EU, vor allem aber gegenüber den USA, deutlich zurückgefallen. Anhaltende strukturelle Probleme lähmten die wirtschaftliche Dynamik und verhalfen Deutschland zu dem wenig schmeichelhaften Ruf, der „kranke Mann Europas“ geworden zu sein. Die Ursachen für die Wachstumsschwäche lagen u.a. in den nachwirkenden Belastungen durch die deutsche Einigung und im aufgestauten Reformbedarf in der Steuer-, Sozial- und Wirtschaftspolitik. Hinzu kamen äußere Faktoren wie der sich verschärfende Wettbewerbsdruck auf den Weltmärkten. Der von Erwartungen an die new economy getriebene Aufschwung des Jahres 2000 brach schon bald wieder in sich zusammen. Als die Dot-Com-Blase platzte, lag die deutsche Wirtschaft wieder am Boden und konnte sich danach während quälend langer Jahre – bis 2006 – nicht aus ihrer Stagnation befreien. Die Arbeitslosenquote als sichtbarstes Zeichen der Krise stieg 2005 auf nahezu 12 %.

Im Hintergrund waren aber Prozesse in Gang gekommen, die der Bundesrepublik wieder zu größerer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit verhalfen. So setzten die Unternehmen seit Mitte der 1990er Jahre auf tiefgreifende Rationalisierungsmaßnahmen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Die Gewerkschaften trugen mit ihrer Bereitschaft zu einer moderaten und flexiblen Tarifpolitik zur Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit bei. Und die Politik gab sich mit der Agenda 2010 ein Programm umfassender sozial- und wirtschaftspolitischer Reformen.

Die dadurch eingeleitete Gesundung der deutschen Wirtschaft war von so dauerhafter Wirkung, dass die aufeinanderfolgenden Krisen des nächsten Jahrzehnts vergleichsweise glimpflich überstanden werden konnten: In der Finanz- und Wirtschaftskrise schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt 2009 zwar um 5,6 %, doch wurde ein dramatischer Anstieg der Arbeitslosigkeit vermieden und der wirtschaftliche Einbruch schon 2010 weitgehend wieder ausgeglichen. Die im Anschluss daran aufflammende Euro-Schuldenkrise warf hartnäckigere Probleme auf und ist noch immer nicht überwunden. Ab 2013 belebte sich die Wirtschaftstätigkeit in Deutschland aber wieder. Das Beschäftigungsniveau stieg weiter an; die Arbeitslosigkeit sank; der private Konsum übernahm die Rolle des Konjunkturmotors. Als hilfreiche Sonderfaktoren erwiesen sich der sinkende Euro-Wechselkurs und der Rückgang der Ölpreise. Welche Folgen die Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank künftig nach sich zieht und wie sich der starke Flüchtlingszustrom des Jahres 2015 auswirkt, ist indessen noch nicht abzusehen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2016
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