Wirtschaftswachstum 1950-2017

Wirtschaftswachstum 1950-2017
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Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist durch zyklische Schwankungen gekennzeichnet, deren Abfolge und Intensität sich an der realen (von Preiseinflüssen bereinigten) Veränderung des Bru ...

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Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist durch zyklische Schwankungen gekennzeichnet, deren Abfolge und Intensität sich an der realen (von Preiseinflüssen bereinigten) Veränderung des Bruttoinlandsprodukts ablesen lässt. Obwohl kein Zyklus dem anderen völlig glich, kann man von einem für die Bundesrepublik typischen Muster des Konjunkturverlaufs sprechen: Export, Investitionstätigkeit und privater Verbrauch in ihrer wechselseitigen Verschränkung waren die konjunkturbestimmenden Faktoren. Ein Aufschwung wurde meist durch die steigende Industriegüternachfrage des Auslands eingeleitet. Zusammen mit der sich ebenfalls belebenden Inlandsnachfrage brachte sie die Industrieproduktion in Schwung, deren Impulse schließlich auf die gesamte Wirtschaft ausstrahlten. Diese Phase endete, wenn die erweiterte Produktionskapazität nicht mehr voll ausgelastet war und daher schließlich die Investitionen gedrosselt wurden.

Langfristig folgte die Wirtschaftsentwicklung der Bundesrepublik einem aufsteigenden Trend. Durch alle Zyklen hindurch setzte sich das reale Wachstum fort. Allerdings wurden die Wachstumswellen immer flacher, die Konjunktureinbrüche tiefer. Zum Ende des Zyklus 1982-1992 bescherte die deutsche Einheit der westdeutschen Wirtschaft noch einmal hohe Wachstumsraten, während die Produktion im Osten nach Einführung der D-Mark (Juli 1990) einbrach. Da die amtliche Statistik das Wirtschaftswachstum im vereinigten Deutschland erst ab 1992 ausweist, versucht das ZAHLENBILD, die gesamtdeutsche Entwicklung schon für die Jahre 1990/91 anhand geschätzter Wachstumsraten darzustellen.

Nach einem wechselhaften Jahrzehnt verzeichnete die Bundesrepublik im Jahr 2000 das bis dahin stärkste Wachstum nach der deutschen Einigung. Hoffnungen auf einen anhaltend kräftigen Aufschwung wurden aber enttäuscht. Nach dem Platzen der New-Economy-Blase glitt die deutsche Wirtschaft ab 2001 in eine hartnäckige Stagnation, die erst 2006/07 nachdrücklich überwunden wurde. Dabei strahlte der Exportboom entsprechend dem gängigen Konjunkturmuster endlich auch auf die Investitionen und den Arbeitsmarkt aus. Die Belebung des privaten Konsums ließ aber noch auf sich warten. 2008 setzte die Finanzkrise der Erholung schon wieder ein Ende. 2009 sank die Wirtschaftsleistung real gar um 5,6 % gegenüber dem Vorjahr – so stark wie noch nie in der Nachkriegszeit. Auf die tiefe Rezession folgte 2010 und 2011 ein lebhafter Aufschwung. Neben dem wiedererstarkten Export hatte der private Konsum diesmal großen Anteil an der Erholung. Vor dem Hintergrund der Euro-Schuldenkrise verlor die deutsche Volkswirtschaft 2012/13 aber erneut an Dynamik, ehe sie ab 2014 auf einen Pfad mit kräftigerem, solidem Wachstum einschwenkte.

Seitenanzahl: 1
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2018
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