Wirtschaftswachstum 1950-2018

Wirtschaftswachstum 1950-2018

Infografik Nr. 220000

Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist durch zyklische Schwankungen gekennzeichnet, deren Abfolge und Intensität sich an der realen (von Preiseinflüssen bereinigten) Veränderung des Bruttoinlandsprodukts ablesen lässt. Obwohl kein Zyklus dem anderen völlig glich, kann man von einem für die Bundesrepublik typischen Muster des Konjunkturverlaufs sprechen.

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Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist durch zyklische Schwankungen gekennzeichnet, deren Abfolge und Intensität sich an der realen (von Preiseinflüssen bereinigten) Veränderung des Bruttoinlandsprodukts ablesen lässt. Obwohl kein Zyklus dem anderen völlig glich, kann man von einem für die Bundesrepublik typischen Muster des Konjunkturverlaufs sprechen: Export, Investitionstätigkeit und privater Verbrauch in ihrer wechselseitigen Verschränkung waren die konjunkturbestimmenden Faktoren. Ein Aufschwung wurde meist durch die steigende Industriegüternachfrage des Auslands eingeleitet. Zusammen mit der sich ebenfalls belebenden Inlandsnachfrage brachte sie die Industrieproduktion in Schwung, deren Impulse schließlich auf die gesamte Wirtschaft ausstrahlten. Diese Phase endete, wenn die erweiterte Produktionskapazität nicht mehr voll ausgelastet war und daher schließlich die Investitionen gedrosselt wurden.

Langfristig folgte die Wirtschaftsentwicklung der Bundesrepublik einem aufsteigenden Trend. Durch alle Zyklen hindurch setzte sich das reale Wachstum fort. Allerdings wurden die Wachstumswellen immer flacher, die Konjunktureinbrüche tiefer. Zum Ende des Zyklus 1982-1992 bescherte die deutsche Einheit der westdeutschen Wirtschaft noch einmal hohe Wachstumsraten, während die Produktion im Osten nach Einführung der D-Mark (Juli 1990) einbrach. Da die amtliche Statistik das Wirtschaftswachstum im vereinigten Deutschland erst ab 1992 ausweist, versucht das ZAHLENBILD, die gesamtdeutsche Entwicklung schon für die Jahre 1990/91 anhand geschätzter Wachstumsraten darzustellen.

Nach einem wechselhaften Jahrzehnt verzeichnete die Bundesrepublik im Jahr 2000 das bis dahin stärkste Wachstum nach der deutschen Einigung. Hoffnungen auf einen anhaltend kräftigen Aufschwung wurden aber enttäuscht. Nach dem Platzen der New-Economy-Blase glitt die Wirtschaft ab 2001 in eine hartnäckige Stagnation, die erst 2006/07 nachdrücklich überwunden wurde. Dabei strahlte der Exportboom entsprechend dem gängigen Konjunkturmuster endlich auch auf die Investitionen und den Arbeitsmarkt aus. 2008 setzte die Finanzkrise der Erholung aber schon wieder ein Ende. 2009 sank die Wirtschaftsleistung real gar um 5,6 % gegenüber dem Vorjahr. Auf die tiefe Rezession folgte 2010 und 2011 ein lebhafter Aufschwung. Neben dem wiedererstarkten Export hatte der private Konsum diesmal großen Anteil an der Erholung. Vor dem Hintergrund der Euro-Schuldenkrise verlor die deutsche Volkswirtschaft 2012/13 zwar erneut an Dynamik, doch schwenkte sie ab 2014 auf einen Pfad mit kräftigerem Wachstum ein. 2018 schwächte sich der Aufschwung deutlich ab, setzte sich aber auch im neunten Jahr noch fort.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2019
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