Austausch von Dienstleistungen

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Infografik Nr. 390550

Außenhandelsgut Dienstleistungen

Im Warenhandel steht Deutschland als eine der führenden Industrienationen in engem Austausch mit der übrigen Welt. 2015 belief sich die deutsche Warena ...

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Außenhandelsgut Dienstleistungen

Im Warenhandel steht Deutschland als eine der führenden Industrienationen in engem Austausch mit der übrigen Welt. 2015 belief sich die deutsche Warenausfuhr auf rund 1180 Mrd €, die Wareneinfuhr lag bei 917 Mrd € (fob/fob). Dienstleistungen spielen im grenzüberschreitenden Austausch bisher eine geringere Rolle. Die Zahlungsbilanzstatistik der Bundesbank beziffert die deutschen „Export“-Einnahmen im Handel mit Dienstleistungen für das Jahr 2015 auf rund 239 Mrd € und die „Import“-Ausgaben auf 270 Mrd €. Der Dienstleistungshandel mit der übrigen Welt entspricht also nur etwa einem Viertel des Warenhandels.

Die Gründe für den vergleichsweise geringen Umfang des Handels mit Dienstleistungen sind aber nicht auf Deutschland beschränkt. • Viele binnenwirtschaftlich bedeutsame Dienstleistungen (z.B. persönliche Dienste) sind ihrer Natur nach kaum für den Export geeignet. • Die Dienstleistungsmärkte sind häufig durch nationale Vorschriften reguliert und geschützt. Ausländischen Anbietern wird dadurch der Zutritt erschwert. • Anders als der Außenhandel mit Waren ist die internationale Vermarktung von Dienstleistungen ein noch recht junges, wenn auch stark wachsendes Geschäftsfeld. • Und schließlich bereitet es Schwierigkeiten, die international ausgetauschten Dienstleistungen statistisch zu erfassen, denn der „Export“ von Dienstleistungen tritt in unterschiedlichsten, oft nicht eindeutig messbaren Formen auf: als Übertragung von Software über Datennetze, Beherbergung ausländischer Touristen im Inland, Transport oder Versicherung von Warenlieferungen oder Erbringung von Reparaturleistungen bei einem ausländischen Kunden, um nur einige Beispiele zu nennen.

Nach Zahlen der Welthandelsorganisation WTO (auf Dollar-Basis) belegte die Bundesrepublik 2015 beim Warenexport den dritten Platz und beim Export kommerzieller Dienstleistungen den vierten Rang im Weltvergleich. Größter Exporteur von Dienstleistungen waren die USA (mit einem Anteil von 14,5 %) vor Großbritannien (7,3 %) und China (6,0 %). Deutschland stellte 5,2 % der international gehandelten Dienstleistungen. Über besondere Stärken verfügt die deutsche Wirtschaft u.a. beim Export von Dienstleistungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), bei Finanzdienstleistungen und bei Dienstleistungen in Forschung und Entwicklung. Ein hohes Defizit entsteht dagegen regelmäßig im Reiseverkehr, in dem die Deutschen weit mehr ausländische Leistungen in Anspruch nehmen als die Bundesrepublik umgekehrt für ihre Gäste bereitstellt. Auch insgesamt betrachtet fällt die Dienstleistungsbilanz Deutschlands negativ aus. 2015 lag das Defizit bei 31 Mrd €.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 10/2016
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