Unternehmenskonzentration

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Infografik Nr. 346150

Das Gewicht der großen Unternehmen

In einem marktwirtschaftlichen System spielt der Wettbewerb eine entscheidende Rolle für die Steuerung und Koordination der einzelnen Markttei ...

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Das Gewicht der großen Unternehmen

In einem marktwirtschaftlichen System spielt der Wettbewerb eine entscheidende Rolle für die Steuerung und Koordination der einzelnen Marktteilnehmer. Wird der Wettbewerb eingeschränkt, besteht die Gefahr, dass es zu strukturellen Fehlentwicklungen, zu Effizienz- und Wachstumsverlusten kommt. Die Funktionsfähigkeit des Marktes wird nicht zuletzt durch eine zu starke Unternehmenskonzentration in Frage gestellt. Es ist Aufgabe der Wirtschafts- und Wettbewerbspolitik, die Konzentrationstendenzen im Auge zu behalten und, falls erforderlich, den Wettbewerb zu sichern. Als unabhängiges Gremium der Politikberatung beobachtet seit 1974 die Monopolkommission das Konzentrationsgeschehen. Stellung und Auftrag der Kommission sind in den §§ 44-47 des Gesetzes gegen die Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) geregelt. Alle zwei Jahre legt die Kommission ein Gutachten vor, in dem sie Stand und Entwicklung der Unternehmenskonzentration unter wirtschafts- und wettbewerbspolitischen Gesichtspunkten beurteilt.

Dazu analysiert sie die Unternehmenskonzentration auf gesamtwirtschaftlicher Ebene. Diese aggregierte Betrachtung mindert allerdings die wettbewerbspolitische Aussagekraft, da keine einzelnen Märkte abgegrenzt werden. So bleibt etwa die Konkurrenz durch ausländische Wettbewerber ebenso außerhalb der Betrachtung wie die marktbeherrschende Stellung einzelner Unternehmen bei einem bestimmten Produktsortiment. Ziel der Analyse ist es vielmehr, das politische und wirtschaftliche Gewicht der Großunternehmen abzubilden. Als Messgröße dient dabei die inländische Wertschöpfung aller Unternehmen in Deutschland, der die Wertschöpfung der hundert größten Unternehmen gegenübergestellt wird. Dabei zeigt sich für die letzten zwanzig Jahre eine rückläufige Tendenz: Von 1978 bis 1999 lag der Anteil der hundert Größten an der gesamtwirtschaftlichen realen Wertschöpfung noch bei durchschnittlich 19 %, seit der Jahrtausendwende sank er dagegen im Schnitt auf knapp 17 %; im Jahr 2014 lag er bei rund 16 %.

Die Wertschöpfung ist vor allem relevant für das politische Gewicht großer Unternehmen – wegen ihrer Bedeutung für die Volkswirtschaft, ihrer Rolle als Steuerzahler, als Arbeitgeber und als Objekt von Kapitalanlagen. Dagegen verdeutlichen die Umsatzanteile in einzelnen Branchen die Bedeutung der Unternehmen als Anbieter von Waren und Dienstleistungen. Am höchsten ist die Konzentration im Kreditgewerbe, wo die größten zehn Banken mehr als die Hälfte (53 %) der Bilanzsumme auf sich vereinen. In der Industrie entfällt auf die zehn größten Unternehmen ein Umsatzanteil von knapp einem Viertel (23 %). Geringer ist die Konzentration in der Verkehrs- und Dienstleistungsbranche (13 %) sowie im Handel (11 %).

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2016
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