Wachstumsraten neu berechnet

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Wachstumsraten neu berechnet

Aus dem Datenangebot der statistischen Ämter sind Kennzahlen zur Wirtschaftsleistung stets besonders gefragt. Die amtliche Statistik kommt der Nachfrage aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien entgegen, indem sie schon Mitte Januar die ersten Zahlen zum Wirtschaftswachstum im vorausgegangenen Kalenderjahr veröffentlicht. Diese frühen Meldungen beruhen zum Teil auf noch unvollständigen Datengrundlagen und ersetzen durch Schätzungen, was an genaueren Ausgangsdaten fehlt. Die für die Konjunkturbeobachtung wichtigen Quartalsmeldungen erfolgen jeweils etwa 45 Tage nach Ablauf eines Quartals. Im August jedes Jahres werden die Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) für die letzten vier Jahre überprüft und gegebenenfalls revidiert. Die laufenden Revisionen über einen so langen Zeitraum sind notwendig, weil Fachstatistiken, die für die VGR berücksichtigt werden, mitunter erst in großem Abstand vom Bezugsjahr vorliegen. Aus dieser ständigen Überprüfung und Verbesserung der Daten erklärt es sich, dass volkswirtschaftliche Kennzahlen manchmal mehrfachen Anpassungen unterworfen sind, ehe sie im vierten Folgejahr für endgültig erklärt werden.

Davon unabhängig findet etwa alle fünf Jahre eine umfassende Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung statt, die meist mit größeren Umstellungen einhergeht – sei es, dass neue Konzepte, Klassifikationen, Berechnungsmethoden oder Begriffe eingeführt werden oder dass bisher nicht genutzte Statistiken in die VGR einfließen. Dies gilt auch für die Generalrevision 2014, mit der die VGR für Deutschland auf das neue Europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 2010) umgestellt wurde, das wiederum Vorgaben der Vereinten Nationen aufgreift. Zugleich wurden neue Datenquellen (z.B. aus dem Zensus 2011) eingearbeitet und die Berechnungen rückwirkend ab 1991 überprüft und korrigiert. Als neues Bezugsjahr für preisbereinigte Daten wurde das Jahr 2010 festgelegt.

Das neue Konzept hatte eine durchgängige Anhebung des nominalen Bruttoinlandsprodukts um etwa 3 % zur Folge – zum großen Teil dadurch bedingt, dass Ausgaben für Forschung und Entwicklung nunmehr als Investitionen behandelt werden. Neu ist auch die Buchung militärischer Waffen als Investitionen und die verstärkte Einbeziehung illegaler Aktivitäten (Drogenhandel, Prostitution usw.). Überwiegend kleinere Veränderungen gab es bei den Wachstumsraten des preisbereinigten BIP. Der Einbruch des Jahres 2009 fiel mit 5,6 % allerdings noch deutlich stärker aus als nach den zuvor veröffentlichten Zahlen. Für die Jahre 2012 und 2013 wurden die Wachstumsraten nach unten korrigiert – auf nur noch 0,4 bzw. 0,1 %.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 09/2014
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