Der private Wasserverbrauch

Der private Wasserverbrauch

Infografik Nr. 373115

Der Trinkwasserbedarf der Haushalte hat mit den wachsenden hygienischen Ansprüchen und der fortschreitenden Technisierung des privaten Lebensbereichs in den letzten zwei Jahrhunderten stark zugenommen.2018 zapften die deutschen Haushalte (einschl. Kleingewerbe) pro Kopf rund 127 Liter Wasser am Tag. Rechnet man den Anteil des Kleingewerbes heraus, sind es 116 Liter pro Kopf und Tag.

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Der Trinkwasserbedarf der Haushalte hat mit den wachsenden hygienischen Ansprüchen und der fortschreitenden Technisierung des privaten Lebensbereichs in den letzten zwei Jahrhunderten stark zugenommen. Im vorindustriellen Zeitalter brauchte der Mensch nur zwischen 10 und 30 Liter Wasser am Tag für seine persönlichen Bedürfnisse. 1950 belief sich der Pro-Kopf-Verbrauch im damaligen Bundesgebiet bereits auf 85 Liter. Bis 1990 kletterte er in großen Schritten auf nahezu 150 Liter täglich. Seitdem ist der Verbrauch allerdings wieder gesunken: Durch die steigenden Wasser- und Abwassergebühren aufgeschreckt, schränkten die Bundesbürger ihre Wasserentnahme deutlich ein. 2018 zapften die deutschen Haushalte (einschl. Kleingewerbe) pro Kopf rund 127 Liter Wasser am Tag – so die noch vorläufige Angabe des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft.

Rechnet man den Anteil des Kleingewerbes heraus, sind es 116 Liter pro Kopf und Tag. Davon werden lediglich 4 % zum Kochen oder für Getränke benötigt. Wichtigster Verwendungszweck – mit einem Anteil von 40 % (46 Liter) – ist die Körper- und Gesundheitspflege (Waschen, Baden, Duschen, Zähneputzen). Auf das Wäschewaschen entfallen 13 %, aufs Geschirrspülen 7 %. Zum Putzen, für die Autowäsche oder im Garten werden zusammen ebenfalls 7 % des Wassers verbraucht. Die übrigen 29 % (34 Liter) laufen durch die Toilette ab.   

Nach Schätzungen von Experten ließe sich der tägliche Wasserverbrauch ohne Komfortverlust auf 90 bis 100 Liter drosseln. Über den Sinn solcher Einsparungen sind die Meinungen aber geteilt. Um auch bei geringerem Durchfluss die Wasserqualität zu erhalten, müssen z. B. die Rohrnetze regelmäßig durchspült werden, was zusätzliche Kosten verursacht. Zwar können jahreszeitlich und regional Engpässe in der Wasserversorgung auftreten, so dass Wassersparen in diesen Fällen durchaus geboten ist, im Großen und Ganzen herrscht in Deutschland aber kein Wassermangel.  

Ein anderer Aspekt des Wasserverbrauchs verdient jedoch mehr Beachtung: Es handelt sich dabei um die Wassermengen, die für die Produktion von Nahrungsmitteln, Bekleidung und sonstigen Konsumgütern eingesetzt werden. Diese indirekte Wassernutzung beläuft sich laut Statistischem Bundesamt auf rund 3 900 Liter pro Kopf und Tag, ein Vielfaches des direkten Wasserverbrauchs. Besonders problematisch daran ist, dass Produkte mit hohem Wasserbedarf wie Obst, Gemüse oder Baumwolle häufig aus Ländern importiert werden, die nur über begrenzte Wasservorräte verfügen oder gar unter Wasserknappheit leiden.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2019
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