Wo die Wirtschaft Werte schafft - EU-Wirtschaftsstruktur

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Infografik Nr. 728080

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Mit welchem Anteil die einzelnen Wirtschaftsbereiche zur volkswirtschaftlichen Gesamtleistung einer Region, eines Landes oder – wie hier – der ganzen EU beitragen, lässt sich an ihrer Bruttowertschöpfung ablesen. Diese umfasst alle erzeugten Waren und Dienstleistungen und lässt sich für jeden Wirtschaftsbereich errechnen aus dem jährlichen Produktionswert, von dem die eingesetzten Vorleistungen abgezogen werden. Als Gesamtbild ergibt sich daraus die Wirtschaftsstruktur einer Region oder eines Landes: Sie zeigt an, wo die wirtschaftlichen Schwerpunkte liegen, und lässt im zeitlichen Vergleich erkennen, wie sich die Gewichte der einzelnen Wirtschaftsbereiche verändert haben.

Gliedert man die Gesamtwirtschaft der EU-28 in zehn Wirtschaftszweige auf, erbrachte das Produzierende Gewerbe (Industrie ohne Bauwirtschaft) 2016 mit 19,4 % den größten Beitrag zur Bruttowertschöpfung. Dichtauf folgten die Wirtschaftszweige Handel, Verkehr und Gastgewerbe mit 19,0 % und die Öffentliche Verwaltung mit 18,8 %. Überraschend gering (mit nur noch 1,5 %) war der Wertschöpfungsbeitrag der Land- und Forstwirtschaft, die doch einen zentralen Bereich der vergemeinschafteten Politik in der EU darstellt. Nennenswerte Anteile der Wirtschaftsleistung entfielen dagegen auch auf das Wohnungswesen (mit 11,4 %) und auf den Bereich der Unternehmensdienstleister, darunter freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienste sowie Forschung und Entwicklung (mit 11,0 %). Zusammen trugen die Dienstleistungsbereiche schon fast drei Viertel (73,7 %) zur EU-Wirtschaftsleistung bei.

Blickt man um 20 Jahre zurück, ist der Anteil der Industrie (damals 22,9 %) als Folge der globalen Arbeitsteilung seitdem deutlich zurückgegangen, während Unternehmensdienstleister, Information und Kommunikation, Wohnungswesen und Öffentliche Verwaltung ihren Beitrag ausbauten.

Die Wirtschaftstruktur der einzelnen EU-Länder weicht zum Teil stark vom Gesamtbild für die EU-28 ab. So gehört Deutschland (nach Irland und Tschechien) zu den Ländern mit besonders hohem Industrieanteil (2016: 25,7 %), während der Anteil fast aller übrigen Wirtschaftszweige geringer ist als in der EU insgesamt. Länder, in denen der Handel mehr als ein Viertel zur Wertschöpfung beiträgt, sind Litauen, Lettland, Zypern und Portugal. Die Öffentliche Verwaltung, einschließlich der Bereiche Erziehung und Gesundheit, hat in Frankreich, Dänemark und Belgien (mit jeweils über 22 %) das größte Gewicht. Als Zentrum der Finanz- und Versicherungswirtschaft ragt Luxemburg hervor, wo dieser Wirtschaftszweig allein mehr als 27 % der Bruttowertschöpfung erbringt.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2017
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