Der Strompreis

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Infografik Nr. 370408

Der Strompreis

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Der Strompreis

Der Preis, den die Verbraucher (Haushalte, Produktionsbetriebe, Verkehrsunternehmen u.a.) für elektrischen Strom bezahlen, gehört zu den administrierten Preisen, die nicht am freien Markt entstehen, sondern überwiegend staatlich festgesetzt oder genehmigt werden. Er ist auch in dem Sinn ein politischer Preis, dass über seine Steuerung weiter reichende politische Ziele erreicht werden sollen. Eine Besonderheit des Strompreises besteht darin, dass bei seiner Regulierung zwischen den Verbrauchergruppen unterschieden wird und die Entlastung der einen zur Höherbelastung der anderen Gruppe führt.

Die Aufschlüsselung des durchschnittlichen Strompreises ergibt, dass nur etwa 30% des Betrags, den ein Privathaushalt für eine Kilowattstunde bezahlt, auf marktmäßiger Preisbildung beruhen, nämlich der Anteil für die • Stromerzeugung bzw. -beschaffung und den Vertrieb. Etwa 20% – mit regionalen Unterschieden – entfallen auf die von den Regulierungsbehörden festgelegten • Entgelte für die Nutzung der Stromnetze. Hier greift der Staat ein, um zu verhindern, dass die Netzbetreiber überhöhte Monopolpreise fordern. Die restlichen 50% setzen sich aus • Steuern und Abgaben zusammen. Dabei handelt es sich im Einzelnen um die Mehrwertsteuer, die Stromsteuer und die den Gemeinden zufließende Konzessionsabgabe für den Stromtransport durch Leitungsnetze auf öffentlichem Land; sodann um die EEG-Umlage und weitere, kleinere Umlagen.

Die EEG-Umlage (Ökostrom-Umlage), mit der die Mehrkosten des vor allem aus Windkraft- und Solaranlagen ins Netz eingespeisten Stroms auf die Verbraucher umgewälzt werden, hat sich auf Grund des raschen Ausbaus der alternativen Stromquellen zuletzt sprunghaft erhöht. Um die Ziele des Klimaschutzes und einer nachhaltigen Energiegewinnung zu erreichen, hatte das Erneuerbare-Energien-Gesetz den Ökostrom-Investoren die Abnahme ihres Stroms zu festen, subventionierten Einspeisetarifen für die Dauer von 20 Jahren zugesichert. Die Höhe der Umlagen für private Haushalte und kleinere Unternehmen ist aber auch darauf zurückzuführen, dass stromintensiven Produktionsunternehmen aus industriepolitischen Erwägungen großzügige Entlastungen gewährt werden.

Paradoxerweise lässt auch das wachsende Ökostromangebot die EEG-Umlage steigen. Denn es hat zur Folge, dass die Preise je kWh an der Strombörse sinken (und damit die Erlöse für den Ökostrom), während die Einspeisung zu garantierten Preisen erfolgt. Die Differenz zwischen den Verkaufserlösen und den Zahlungen an die Ökostrom-Produzenten muss durch die EEG-Umlage abgedeckt werden.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 11/2013
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