Entwicklung des Online-Handels

Entwicklung des Online-Handels

Infografik Nr. 385013

Der moderne Online-Handel ist die digitale Weiterentwicklung des klassischen Versandhandels. Inzwischen macht der Online-Handel mehr als vier Fünftel des Umsatzvolumens im Versandhandel aus.

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Der moderne Online-Handel ist die digitale Weiterentwicklung des klassischen Versandhandels. Dessen Geschichte war in Deutschland eng verbunden mit der Entwicklung des Lebensstandards der breiten Bevölkerung. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gelangte der Versandhandel erstmals zu größerer Bedeutung. Zwischen den Weltkriegen entstanden die ersten Großversandhäuser. Die Blütezeiten des Versandhandels lagen in den Anfangsjahren der Bundesrepublik und in den Jahren nach der deutschen Einigung, als die ostdeutschen Haushalte einen großen Teil ihres materiellen Nachholbedarfs aus den Versandhauskatalogen deckten. Auf den Siegeszug des Versandhandels in den frühen 1990er Jahren folgte jedoch eine Phase des Umbruchs. Vor allem die großen Universalversender (wie Neckermann, Quelle und Otto) bekamen die schwache Massenkaufkraft als Folge fehlenden Wirtschaftswachstums und hoher Arbeitslosigkeit zu spüren. Vor allem hatten sie Mühe, mit der Entwicklung des Internets Schritt zu halten. Dort kamen neue Geschäftsmodelle zum Erfolg, die den klassischen Versandhäusern hohe Umsatzanteile abjagten.

Inzwischen macht der Online-Handel mehr als vier Fünftel des Umsatzvolumens im Versandhandel aus. Gemessen am gesamten Einzelhandelsumsatz liegt der Anteil des „E-Commerce“ mittlerweile bei rund 10 %. Der Online-Handel entwickelte sich parallel zum Einzug des Internets in immer mehr Haushalte. Um die Jahrtausendwende lag der Onlineumsatz noch bei rund 1 Mrd Euro, nur sieben Jahre später hatte er sich bereits verzehnfacht. Im Jahr 2018 war das Marktvolumen auf über 50 Mrd € angewachsen. Das zeigen die vom Handelsverband Deutschland (HDE) veröffentlichten Umsatzdaten. Einer der wesentlichen Treiber dieser Entwicklung ist Amazon: Auf den Online-Riesen entfiel 2018 fast die Hälfte (46 %) des gesamten Onlineumsatzes in Deutschland. Doch trotz der marktbeherrschenden Stellung von Amazon hat die Zahl der Online-Anbieter in den letzten Jahren beständig zugenommen. Außerdem sind Mischformen entstanden: So nutzen stationäre Händler den Online-Versand als zusätzliche Vertriebsform, anderseits haben frühere „Internet-Pure-Player“ eigene Ladengeschäfte eröffnet.

Der Boom des Online-Handels hat unbestreitbar seine Schattenseiten. Er trägt zu Umsatzeinbußen im stationären Handel bei und lässt städtische Standorte ausbluten. Das enorme Wachstum des Paketversands löste einen harten Konkurrenzkampf unter Logistikdienstleistern aus, dessen Leidtragende die Paketboten sind. Der intensive Lieferverkehr und die Berge von Verpackungsmüll gehen auf Kosten der Umwelt. Auf Bedenken stößt auch, dass ein nicht unerheblicher Teil der zurückgesandten Waren vernichtet wird.

Reihe: 53
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Ausgabe: 06/2019
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