Kombinierter Verkehr

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Infografik Nr. 415191

Kombinierter Verkehr

In Deutschland werden jährlich mehr als drei Viertel der Transportmenge im Güterverkehr über das Straßennetz befördert. Auf Eisenbahn und Binnenschifffahrt entfäll ...

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Kombinierter Verkehr

In Deutschland werden jährlich mehr als drei Viertel der Transportmenge im Güterverkehr über das Straßennetz befördert. Auf Eisenbahn und Binnenschifffahrt entfällt nur ein Fünftel des Gütervolumens. Dabei ist der Transport per Bahn oder Schiff auf längeren Strecken wirtschaftlicher und auch umweltfreundlicher. Die Verkehrspolitik strebt daher an, einen Teil des Straßengütertransports auf Schienen- und Wasserwege zu verlagern.

Diesem Ziel dient das Konzept des Kombinierten Verkehrs, das sich die Vorteile des Straßenverkehrs in Verbindung mit Massentransportmitteln wie Eisenbahnen oder Schiffen zunutze macht. Möglich wird dies durch die Verwendung standardisierter Ladeeinheiten (Container, Wechselbehälter, Sattelauflieger usw.), in denen die Güter während des gesamten Transports verbleiben, die aber unterwegs leicht von einem Verkehrsträger auf einen anderen wechseln können. Dies geschieht an Terminals, den Knotenpunkten des Kombinierten Verkehrs, wo die Ladeeinheiten durch Kräne und Spezialfahrzeuge umgeladen werden. Bundesweit sind mehr als 150 Terminals in Betrieb. Sie verknüpfen meist zwei (Bahn-Lkw, Schiff-Lkw), häufig aber auch drei Verkehrsträger (Schiff-Bahn-Lkw) miteinander.

Ein Merkmal des Kombinierten Verkehrs besteht darin, dass er den längsten Streckenabschnitt der Transportkette (Hauptlauf) auf Schienen oder Wasserstraßen zurücklegt, während die Straße nur für den Vor- und Nachlauf (d.h. die Anlieferung und die Zustellung an den Empfänger) genutzt wird. Das entlastet die Straßen und reduziert den Schadstoffausstoß pro Ladeeinheit. Entscheidend ist allerdings, die einzelnen Verkehrsträger auf ihre jeweiligen Stärken und Schwächen abgestimmt zu kombinieren.

Beim begleite¬ten Kombinierten Verkehr wird eine selbstfahrende Einheit (z.B. ein Lkw) auf einem anderen Verkehrsträger befördert und der Fahrer bleibt mit an Bord. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die „Rollende Landstraße“, bei der komplette Lastzüge samt Ladung auf Zügen transportiert werden und ihre Fahrt anschließend auf der Straße fortsetzen. Dieses Verfahren bietet Vorteile, wenn natürliche Hindernisse für den Straßenverkehr (z.B. die Alpen) überwunden werden müssen. Beim unbegleiteten Kombinierten Verkehr wird hingegen nur die Ladeeinheit umgeschlagen.

Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums verdoppelte sich das Aufkommen des Kombinierten Verkehrs in Deutschland zwischen 1998 und 2008 auf 93 Mio t (brutto). Davon entfielen 74 Mio t auf die Kombination Schiene-Straße und 19 Mio t auf die Kombination Wasserstraße-Straße.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 06/2011
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