Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung in der EU

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Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung in der EU

Im Jahre 1958 schlossen sich sechs industriell entwickelte Staaten in der Mitte Europas zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zusammen: Belgie ...

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Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung in der EU

Im Jahre 1958 schlossen sich sechs industriell entwickelte Staaten in der Mitte Europas zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zusammen: Belgien, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande. Ihnen gemeinsam war ein relativ hohes wirtschaftliches Leistungsniveau. Gemessen an der kaufkraftbereinigten durchschnittlichen Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung wie die damalige Bundesrepublik zwar einen Vorsprung gegenüber den anderen EWG-Mitgliedern (mit Ausnahme Luxemburgs) auf, aber schon in den 1960er Jahren schrumpften die Abstände deutlich zusammen.

Mit der ersten Erweiterung im Jahr 1973 stieß neben Großbritannien und Dänemark auch das vergleichsweise arme und rückständige Irland zur Gemeinschaft. Dieser Vorgang sollte sich in den nächsten Jahrzehnten bei fast jeder Erweiterung wiederholen: An den Kern der Gemeinschaft mit seinen relativ leistungsstarken und wohlhabenden Mitgliedstaaten schlossen sich Beitrittsländer mit einem großen Bedarf an nachholender Entwicklung an. Es gehört zu den Erfolgen der europäischen Einigung, wie sie diese Beitrittsländer integrierte und ihre wirtschaftlichen Aufholprozesse unterstützte.

Im Fall der mittel- und osteuropäischen Länder, die nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ in die Gemeinschaft strebten, war dafür allerdings eine längere Übergangszeit erforderlich. 1993 formulierte der EU-Gipfel von Kopenhagen die politischen und wirtschaftlichen Vorbedingungen für den Beitritt dieser Länder – von der Einrichtung einer funktionsfähigen Marktwirtschaft und stabiler politischer Strukturen bis zur Übernahme des kompletten „Besitzstandes“ (acquis communautaire) der EU durch die Beitrittskandidaten. Im Rahmen so genannter Beitrittspartnerschaften (ab 1998) entwickelten die Bewerberländer jedoch ein enormes Reformtempo, so dass sie bereits 2004/2007 in die EU aufgenommen werden konnten.

Der Vergleich der Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung (in Kaufkraftstandards) zeigt, wie sich der mittlerweile erreichte wirtschaftliche Leistungsstand der ost- und südeuropäischen Beitrittsländer zu dem der „älteren“ EU-Mitglieder bzw. zum EU-Durchschnitt verhält und wo die Beitrittskandidaten stehen. Allerdings hat die Finanz- und Schuldenkrise ihre Spuren im EU-Leistungsranking hinterlassen. So haben die „Südländer“ Italien, Spanien, Griechenland und Portugal zum Teil deutliche Rückschläge erfahren. Auch Irland und Großbritannien sind etwas zurückgefallen. Dagegen rückte Deutschland – vor einem Jahrzehnt noch der „kranke Mann Europas“ – im Vergleich zum EU-Durchschnitt wieder nach vorn.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 01/2013
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