Einkommensunterschiede in den USA

Einkommensunterschiede in den USA

Infografik Nr. 856221

Die Entwicklung der wachsenden Ungleichverteilung verlief über den gesamten Zeitraum nahezu geradlinig und ohne Stockungen. Vergleichszahlen der OECD zeigen, dass die Einkommensungleichheit in den USA weit stärker ausgeprägt ist als in den anderen führenden Industrienationen.

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Die wachsende Ungleichheit der Vermögens- und Einkommensverteilung hat sich in den Vereinigten Staaten spätestens seit der Finanzkrise 2008/09 zu einem politisch brisanten Thema entwickelt. Nach Zahlen des U.S. Census Bureau haben die obersten 20 % der US-Haushalte ihren Anteil am jährlichen Gesamteinkommen der Nation in den letzten fünf Jahrzehnten kontinuierlich ausgeweitet. Flossen ihnen 1970 noch 43 % aller Haushaltseinkommen zu, so waren es 2018 bereits 52,0%, also mehr als die Hälfte aller Arbeitsverdienste, Sozialeinkommen, Gewinne und Kapitalerträge. Der Anteil der obersten 5 % der Haushalte kletterte im gleichen Zeitraum von 16,6 auf 23,1 %. Für die mittleren und unteren Einkommensschichten blieb dagegen immer weniger vom Kuchen übrig. So schrumpfte der Anteil des mittleren Fünftels aller Haushalte von 17,4 auf 14,1 % und das unterste, ärmste Fünftel sah seinen Anteil von 4,1 auf nur noch 3,1 % zusammenschmelzen.

Die Entwicklung der wachsenden Ungleichverteilung verlief über den gesamten Zeitraum nahezu geradlinig und ohne Stockungen. Vergleichszahlen der OECD zeigen, dass die Einkommensungleichheit in den USA weit stärker ausgeprägt ist als in den anderen führenden Industrienationen. Der Gini-Koeffizient für die Bruttoeinkommen lag in den USA 2017 bei 0,434, in Frankreich hingegen bei 0,327 und in Deutschland bei 0,346 (der Koeffizient bewegt sich zwischen 0 = völlige Gleichverteilung und 1 = extreme Ungleichheit).

Die Frage der Einkommensverteilung erhält zusätzliche Brisanz durch ihre Verknüpfung mit der ethnischen Zugehörigkeit der Haushaltsvorstände. Wie aus der Statistik des U.S. Census Bureau hervorgeht, stieg das mittlere Einkommen der amerikanischen Haushalte zwischen 1990 und 2018 –umgerechnet in Dollar von 2018 – von rund 55950 auf 63180 Dollar. Einem raschen Anstieg in den 1990er Jahren folgte eine lange Phase der Stagnation; danach führte die Finanzkrise zu einem Rückgang der Realeinkommen, ehe sie sich ab 2014 wieder deutlich steigerten. In all diesen Jahren blieben die Unterschiede des Einkommensniveaus zwischen den verschiedenen Ethnien aber bestehen oder vergrößerten sich sogar (unter „Ethnie“ sind hier die amerikanischen Kategorien „race“ und „ethnicity“ zusammengefasst, nach denen sich die Bürger selbst einstufen). Während Asiaten und Weiße (ohne Hispanics) das mittlere Haushaltseinkommen aller Haushalte weit übertrafen, lagen Hispanics und Afro-Amerikaner stets deutlich darunter. Die afroamerikanischen Haushalte hatten 2018 das mittlere Einkommensniveau des Jahres 2000 als einzige ethnische Gruppe noch nicht wieder erreicht.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 07/2020
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