Chinas Wachstum 1990-2020

Chinas Wachstum 1990-2020

Infografik Nr. 878520

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Anfang des 19. Jahrhunderts war China noch das wirtschaftlich mächtigste Land der Erde. Diese Stellung ging mit dem industriellen Aufstieg Europas, Nordamerikas und Japans verloren. Inzwischen ist die Volksrepublik China aber zunehmend selbstbewusst in den Kreis der führenden Wirtschaftsnationen zurückgekehrt. Nach dem Tod Mao Zedongs (1976) hatte die Parteiführung unter Deng Xiaoping Ende der 1970er Jahre erste Wirtschaftsreformen eingeleitet und damit eine zunehmend dynamische Entwicklung in Gang gesetzt. Die ersten Reformschritte (ab 1978) galten der außenwirtschaftlichen Öffnung, durch die der Außenhandel angeregt und ausländisches Kapital ins Land geholt werden sollte. Um die landwirtschaftliche Produktion zu steigern, wurde die ländliche Kollektivwirtschaft aufgelöst (1979). Ab 1984 erfassten die Reformen auch den industriellen Sektor. Während das rigide politische System beibehalten wurde, erhöhte sich in den 1990er Jahren das Tempo der wirtschaftlichen Umgestaltung. 1993 fiel die Entscheidung über den Umbau der Planwirtschaft zu einer „sozialistischen Marktwirtschaft“. Wichtige Stufen in diesem Prozess waren die rechtliche Regelung privatwirtschaftlicher Unternehmensformen, die Senkung von Importzöllen, die beginnende Umstrukturierung der Staatsbetriebe, die Teilkonvertierbarkeit der Landeswährung Renminbi/Yuan und der Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO (2001). 2004 wurde der Schutz des Privateigentums in der Verfassung verankert.

Die Schritt für Schritt vorangetriebene Modernisierung löste ein fulminantes Wirtschaftswachstum aus. Selbst 2009, in der globalen Wirtschaftskrise, stieg die reale Wirtschaftsleistung Chinas um 9,4 %. Ab 2011 schwächte sich das Wachstum allerdings ab. 2019 lag es „nur“ noch bei 6,0 %, ehe es 2020 auf Grund der Corona-Pandemie auf 2,3 % absackte. Gegenüber dem Ausgangsjahr der Reformen (1978) nahm das Volumen der gesamtwirtschaftlichen Produktion bis 2020 jedoch auf fast das 40-fache zu!

Das exportgetriebene Wachstum brachte zahlreiche problematische Nebenwirkungen hervor: enorme regionale Einkommensunterschiede, die unkontrollierbare Wanderungsströme auslösten, Umweltschäden und Ressourcenverschwendung, Fehlleitung von Investitionen usw. Hinzu kam eine wachsende Abhängigkeit vom Ausland. Der Fünfjahresplan 2021-2025 setzt deshalb auf die Unabhängigkeit der chinesischen Wirtschaft. Im Vordergrund steht künftig die Förderung der Binnenwirtschaft und des heimischen Konsums; die Verbindung zur Weltwirtschaft soll bestehen bleiben, doch wird ihr nur noch eine unterstützende Funktion zugeschrieben. Ein konkretes Wachstumsziel wird nicht mehr vorgegeben.

Ausgabe: 03/2021
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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