Epidemien und Pandemien im 21. Jahrhundert

Epidemien und Pandemien im 21. Jahrhundert

Infografik Nr. 603193

Die moderne Medizin hat vielen früher tödlichen Krankheiten den Schrecken genommen. Doch auch heute treten immer wieder neue Viren, Bakterien oder Parasiten auf, die sich rasch verbreiten, solange kein ausreichender Immunschutz vorhanden ist. Ein Ausbruchsgeschehen ist epidemisch, wenn es sich rasch auf weite Teile der Bevölkerung ausbreitet. Als pandemisch wird eine globale Verbreitung bezeichnet.

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Die moderne Medizin hat vielen früher tödlichen Krankheiten den Schrecken genommen. Doch auch heute treten immer wieder neue Viren, Bakterien oder Parasiten auf, die sich rasch verbreiten, solange kein ausreichender Immunschutz vorhanden ist. Ein Ausbruchsgeschehen ist epidemisch, wenn es sich rasch auf weite Teile der Bevölkerung ausbreitet. Als pandemisch wird eine globale Verbreitung bezeichnet.

Die jeweiligen Erreger wirken sich sehr unterschiedlich auf den Menschen aus. Coronaviren befallen in erster Linie die Atemwege und können zu schweren Pneumonien mit tödlichem Verlauf führen, besonders bei älteren Menschen mit Vorerkrankungen. Vermutlich im November 2002 löste das zuvor unbekannte SARS-Coronavirus eine Epidemie aus, die vor allem China erfasste. Die Epidemie konnte bis zum Sommer 2003 eingedämmt werden. Zu den Conoraviren gehört auch das 2012 auf der Arabischen Halbinsel nachgewiesene MERS-Coronavirus. Der Erreger geht offenbar von Dromedaren aus, ist also „zoonotisch“, d.h. von Tieren übertragen. Tierischen Ursprungs ist wahrscheinlich auch das Ende 2019 entdeckte Neuartige Coronavirus (CoV-19), das die jüngste Pandemie ausgelöst hat. Die ersten im chinesischen Wuhan nachgewiesenen Fälle haben sich mutmaßlich auf einem Fischmarkt mit dem Virus infiziert.

Typen der zoonotischen Influenza, die selten auf Menschen überspringen, sind die Vogelgrippe und die Schweinegrippe. Die Vogelgrippeformen H5N1 und H1N9 verbreiteten sich ab 2003 bzw. 2013 von Asien ausgehend. Menschen stecken sich nur bei engem Kontakt mit erkrankten Tieren an, eine Übertragung von Mensch zu Mensch scheint nicht stattzufinden. Haben Menschen sich aber infiziert, verläuft die Vogelgrippe oft tödlich. Hohe Todesraten brachte auch die Pandemie der Schweinegrippe H1N1 von 2009.

Andere Viren greifen vor allem in den Tropen um sich. Dazu gehören das Gelbfieber-Virus, das vermehrt in Lateinamerika vorkommende Zikavirus und der Erreger von Ebola, der in Westafrika und der Demokratischen Republik Kongo zu Epidemien mit zahlreichen Todesopfern führte.

Die bakterielle Infektionskrankheit Cholera trifft vor allem arme Länder hart. Laut WHO ist seit 1961 eine Pandemie im Gange, die immer wieder zu Epidemien in einzelnen Regionen führt. Besonders schwer traf es Haiti ab Ende 2010, wo die Cholera wahrscheinlich von UN-Soldaten eingeschleppt wurde, und ab 2016 den kriegszerrissenen und bitterarmen Jemen. Und auch die Pest existiert noch: Im zentralen Hochland von Madagaskar ist sie endemisch, zu einer landesweiten Epidemie kam es zuletzt 2017.

Reihe: 53
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Ausgabe: 04/2020
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