Atombomben

Atombomben

Infografik Nr. 620232

Die Auswirkungen einer Kernwaffenexplosion sind auf mehreren Ebenen verheerend. Die von der Explosion ausgehende Druckwelle macht alles im näheren Umfeld dem Erdboden gleich und führt bei Menschen noch in großem Abstand zu inneren Verletzungen. Der Feuerball im Epizentrum lässt steinerne Gebäude und organisches Gewebe verdampfen, die von ihm ausgehende Hitzestrahlung löst großflächige Brände aus und verursacht bei Menschen noch in weiter Entfernung schwere Verbrennungen. Das radioaktive Sprengmaterial setzt außerdem ionisierende Strahlung frei.

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Seitdem die Menschheit über Atomwaffen verfügt, ist sie in der Lage, sich selbst binnen kürzester Zeit zu vernichten. Grundlage für die Entwicklung von Atomwaffen war die Entdeckung der Kernspaltung im Jahr 1938: Werden Atomkerne gespalten, setzt dies Energie frei. Als Ausgangsstoff benötigt man spaltbares Material, entweder Uran 235 oder Plutonium. Werden diese radioaktiven Stoffe durch eine Explosion zusammengepresst, erreichen sie eine kritische Masse und eine Kettenreaktion setzt ein: Ein Atomkern nimmt ein Neutron auf, spaltet sich und setzt mehrere Neutronen frei. Diese Neutronen „zerschießen“ wiederum die Kerne anderer Atome und so nimmt die Zahl der Kernspaltungen exponentiell zu. Die dabei freigesetzte Energie lässt sich erahnen, wenn man sich Albert Einsteins bekannte Gleichung e = mc2 vergegenwärtigt: Demnach ist Energie äquivalent zur Masse multipliziert mit der Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat. Die Lichtgeschwindigkeit liegt bei fast 300 Mio m/s. Schon eine sehr kleine Masse kann also durch Umwandlung in Energie ungeheure Kräfte freisetzen. Neuere Nuklearwaffen basieren auf der Kernfusion, also der Verschmelzung von Atomkernen, und benötigen als Ausgangsmaterial Wasserstoff. Auch dabei wird Masse schlagartig in Energie umgewandelt. Fusionswaffen können aus technischen Gründen aber eine noch wesentlich höhere Sprengkraft erzeugen als Bomben, die auf Kernspaltung beruhen.

Die Auswirkungen einer Kernwaffenexplosion sind auf mehreren Ebenen verheerend. Die von der Explosion ausgehende Druckwelle macht alles im näheren Umfeld dem Erdboden gleich und führt bei Menschen noch in großem Abstand zu inneren Verletzungen. Der Feuerball im Epizentrum lässt steinerne Gebäude und organisches Gewebe verdampfen, die von ihm ausgehende Hitzestrahlung löst großflächige Brände aus und verursacht bei Menschen noch in weiter Entfernung schwere Verbrennungen. Das radioaktive Sprengmaterial setzt außerdem ionisierende Strahlung frei. Die hohen Dosen im Epizentrum töten sofort, geringere Dosen im weiteren Umfeld schädigen Zellen und führen zu Genmutationen, was lebenslang das Krebsrisiko erhöht. Doch damit nicht genug: Die aufsteigende radioaktive Wolke verteilt sich in der Troposphäre und rieselt als radioaktiver Niederschlag zu Boden – dieser Fallout kann sich je nach den Wetterverhältnissen über mehr als hundert Kilometer erstrecken. Er verseucht die Landschaft auf Jahrhunderte.

Bei den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki im August 1945 starben hunderttausende Menschen, und bis heute haben Überlebende und ihre Kinder ein erhöhtes Krebsrisiko. Die Zerstörungskraft moderner Atomwaffen übersteigt die der damaligen Bomben um mehr als das Tausendfache.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2019
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