Die Bildung von Wechselkursen

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In einem System fester Wechselkurse wird das Austauschverhältnis von Regierungen bzw. Notenbanken festgelegt. Feste Wechselkurse waren die Grundlage der Weltwährungsordnung von Bretton Woods: Der US-Dollar, gekoppelt an den Goldpreis, bildete dabei die Leitwährung.

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Ein Wechselkurs ist der Preis einer Währung, ausgedrückt in einer anderen Währung. Er kann... mehr
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Ein Wechselkurs ist der Preis einer Währung, ausgedrückt in einer anderen Währung. Er kann auf zwei Arten angegeben werden: Die Mengennotierung zeigt an, wie viele Einheiten einer fremden Währung man für eine Einheit der eigenen Währung bekommt – also zum Beispiel, wie viele Dollars man für einen Euro erhält. Die Preisnotierung gibt dagegen an, wie viel eine Einheit der fremden Währung in der eigenen Währung kostet – also zum Beispiel, für wie viele Euros man einen Dollar bekommt. Beim Euro ist es international üblich, ihn in der Mengennotierung gegenüber allen anderen Währungen anzugeben.

In einem System fester Wechselkurse wird das Austauschverhältnis von Regierungen bzw. Notenbanken festgelegt. Feste Wechselkurse waren die Grundlage der Weltwährungsordnung von Bretton Woods: Der US-Dollar, gekoppelt an den Goldpreis, bildete dabei die Leitwährung. Mit der Aufkündigung der Gold-Dollar-Bindung durch die USA Anfang der 1970er Jahre brach das Bretton-Woods-System zusammen. Die Staaten mit den wichtigsten Währungen gingen 1973 zu einem System flexibler Wechselkurse über, das bis heute besteht. In einem solchen System wird der Preis einer Währung durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage am Devisenmarkt bestimmt: Steigt das Angebot einer Währung, sinkt ihr Preis, sie wertet also ab; steigt dagegen die Nachfrage und die Währung wird auf dem Markt „knapper“, steigt auch ihr Preis und die Währung wertet auf. Auf diese Weise bilden sich die Wechselkurse an den Devisenbörsen der Welt. Aufgrund der Computerisierung und globalen Vernetzung geschieht dies weitgehend automatisch und rund um die Uhr. Die mit Abstand wichtigsten Akteure auf dem Devisenmarkt sind Geschäftsbanken, über die der Großteil aller Devisentransaktionen erfolgt. Weitere wichtige Teilnehmer sind internationale Unternehmen, Zentralbanken und andere Finanzinstitutionen (wie Investmentfonds).

Angebot und Nachfrage am Devisenmarkt werden von verschiedenen Einflussfaktoren bestimmt. Einer davon ist der Außenhandel, denn um Importe aus einem Land mit einer Fremdwährung zu bezahlen, müssen Importeure in der Regel diese Fremdwährung kaufen. Direktinvestitionen in einer Fremdwährung lassen die Devisennachfrage ebenfalls steigen. Auch Kursspekulation spielt eine wichtige Rolle, hier sind Erwartungen der künftigen Kurse ausschlaggebend. Unterschiedliche Zinsniveaus können zu Kursbewegungen führen, weil Anleger die geringer verzinste Währung abstoßen und die Währung mit den höheren Zinsgewinnen nachfragen. Außerdem können An- und Verkäufe von Devisen durch eine Zentralbank den Wechselkurs beeinflussen. Im Rahmen freier Wechselkurse hat dies aber an Bedeutung verloren.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2018
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