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Lebensstandard – die realen Unterschiede

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Lebensstandard – die realen Unterschiede

Um Wirtschaftskraft und Wohlstand eines Landes zu erfassen und mit anderen Ländern zu vergleichen, wird häufig das Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner herangezogen. Für die Verwendung dieses Maßstabs spricht, dass viele Aspekte des allgemeinen Lebensstandards an den ökonomischen Entwicklungsstand eines Landes gekoppelt sind und daher stark mit der Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung korrelieren. Damit die Daten untereinander verglichen werden können, müssen sie auf einen einheitlichen Nenner gebracht werden. Häufig geschieht das durch Umrechnung in eine gemeinsame Bezugswährung (z.B. US-Dollar). Stützt man sich dabei auf die Wechselkurse, sind jedoch verzerrte Ergebnisse zu erwarten, da die Kurse nur selten das reale Wertverhältnis zwischen den Währungen widerspiegeln. Wirklichkeitsnähere Ergebnisse erbringt eine Umrechnung anhand sogenannter Kaufkraftparitäten, die das unterschiedliche Preisniveau in den Vergleichsländern berücksichtigen.

Im Rahmen des International Comparison Program hat die Industrieländer-Organisation OECD in Zusammenarbeit mit den Statistikbehörden der EU und Russlands in einheitlicher Vorgehensweise die Kaufkraftparitäten für das Jahr 2011 in nahezu 50 Ländern ermittelt. Errechnet man auf dieser Grundlage das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, stehen Luxemburg, Norwegen, die Schweiz und die USA als wirtschaftlich leistungsfähigste Länder an der Spitze. Am unteren Ende der Rangliste finden sich die Balkanländer Bosnien-Herzegowina, Albanien, Serbien und Mazedonien, die pro Kopf nur etwa ein Viertel des Industrieländer-Durchschnitts produzieren.

Das Bruttoinlandsprodukt als Ausdruck der Wirtschaftsleistung gibt allerdings noch keinen genauen Aufschluss darüber, wie viel davon in privaten Wohlstand umgemünzt wird. Weist ein Land ein hohes BIP pro Kopf aus, so bedeutet dies noch nicht, dass auch der private Konsum entsprechend hoch sein müsste. Denn aus dem BIP werden auch Investitionen, Staatsverbrauch und Netto-Exporte bestritten.

Für einen Wohlstandsvergleich besser geeignet ist deshalb ein Maß des materiellen Lebensstandards, das den tatsächlichen Pro-Kopf-Verbrauch an Waren oder Dienstleistungen erfasst – um Unterschiede des Preisniveaus bereinigt. Dabei rangieren die USA weit über dem Durchschnitt der OECD-Länder (= 100). In Europa verzeichnen die Schweiz, Luxemburg, Norwegen und auch Deutschland ein deutlich gehobenes Wohlstandsniveau, während die Staaten des westlichen Balkans nur ungefähr ein Drittel des OECD-Durchschnittswerts erreichen.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2014
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