Lebensstandard – die realen Unterschiede

Lebensstandard – die realen Unterschiede

Infografik Nr. 632185

Um Wirtschaftskraft und Wohlstand eines Landes zu erfassen und mit anderen Ländern zu vergleichen, wird häufig das Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner herangezogen. Doch für einen Wohlstandsvergleich besser geeignet ist ein Maß des materiellen Lebensstandards, das den tatsächlichen Pro-Kopf-Verbrauch an Waren und Dienstleistungen erfasst, wobei neben dem privaten Konsum im engeren Sinn auch die vom Staat oder von gemeinnützigen Organisationen bereitgestellten Dienstleistungen berücksichtigt werden.

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Um Wirtschaftskraft und Wohlstand eines Landes zu erfassen und mit anderen Ländern zu vergleichen, wird häufig das Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner herangezogen. Für die Verwendung dieses Maßstabs spricht, dass viele Aspekte des allgemeinen Lebensstandards an den ökonomischen Entwicklungsstand eines Landes gekoppelt sind und daher stark mit der Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung korrelieren. Damit die Daten untereinander verglichen werden können, müssen sie auf einen einheitlichen Nenner gebracht werden. Häufig geschieht das durch Umrechnung in eine gemeinsame Bezugswährung (z.B. US-Dollar). Stützt man sich dabei auf die Wechselkurse, sind jedoch verzerrte Ergebnisse zu erwarten, da die Kurse nur selten das reale Wertverhältnis zwischen den Währungen widerspiegeln. Wirklichkeitsnähere Ergebnisse erbringt eine Umrechnung anhand sogenannter Kaufkraftparitäten, die das unterschiedliche Preisniveau in den Vergleichsländern berücksichtigen.

Im Rahmen des von der Weltbank koordinierten International Comparison Program wurden zuletzt 2017 für mehr als 170 Länder der Erde die Kaufkraftparitäten ermittelt. Errechnet man auf dieser Grundlage das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, stehen Katar, Macao, Luxemburg, Brunei und Kuwait noch weit vor den großen Industriestaaten an der Spitze.

Das Bruttoinlandsprodukt als Ausdruck der Wirtschaftsleistung gibt allerdings noch keinen genauen Aufschluss darüber, wie viel davon in privaten Wohlstand umgemünzt wird. Weist ein Land ein hohes BIP pro Kopf aus, so bedeutet dies noch nicht, dass auch der private Konsum entsprechend hoch sein muss. Denn aus dem BIP werden auch Investitionen, Staatsverbrauch und Netto-Exporte bestritten.

Für einen Wohlstandsvergleich besser geeignet ist deshalb ein Maß des materiellen Lebensstandards, das den tatsächlichen Pro-Kopf-Verbrauch an Waren und Dienstleistungen erfasst, wobei neben dem privaten Konsum im engeren Sinn auch die vom Staat oder von gemeinnützigen Organisationen bereitgestellten Dienstleistungen (z.B. für Gesundheit und Erziehung) berücksichtigt werden – jeweils um Unterschiede des Preisniveaus bereinigt. Dabei nehmen die USA den ersten Rang ein. In Europa verzeichnen Luxemburg, Norwegen, die Schweiz und auch Deutschland ein gehobenes Wohlstandsniveau. China erreicht in diesem Vergleich nur etwa 16 % des Individualverbrauchs in den USA. Am niedrigsten ist der Lebensstandard in einigen afrikanischen Ländern (wie Niger, Burundi, Zentralafrikanische Republik, DR Kongo, Mosambik und Äthiopien).

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2020
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