Importzölle

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In der Handelspolitik gehören Zölle zu den einfachsten Instrumenten, um das Wirtschaftsgeschehen zu beeinflussen. Ein Zoll ist eine Steuer auf ein gehandeltes Gut. Er kann auf Gütereinheiten erhoben werden (Stückzoll oder spezifischer Zoll) oder auf den Wert einer gehandelten Ware (Wertzoll).

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In der Handelspolitik gehören Zölle zu den einfachsten Instrumenten, um das Wirtschaftsgeschehen zu beeinflussen. Ein Zoll ist eine Steuer auf ein gehandeltes Gut. Er kann auf Gütereinheiten erhoben werden (Stückzoll oder spezifischer Zoll) oder auf den Wert einer gehandelten Ware (Wertzoll). Unterscheiden lassen sich Zölle außerdem nach ihrem Zweck: Entweder soll ein Zoll primär die Einnahmen des Staates steigern (Fiskalzoll), oder er soll die eigene Wirtschaft vor ausländischer Konkurrenz schützen (Wirtschaftszoll oder Schutzzoll). Wenn es vor allem um die Steigerung der Einnahmen geht, ist es prinzipiell egal, ob Importe oder Exporte mit Zöllen belegt werden. Geht es aber vorrangig darum, heimische Wirtschaftszweige zu schützen, sind Importzölle das Mittel der Wahl. Sie verteuern die ausländischen Einfuhren im Inland und machen sie gegenüber den heimischen Anbietern weniger wettbewerbsfähig.

Zölle können (neben anderen, nicht-tarifären Handelsbarrieren) als ein Maßstab für Protektionismus dienen. Um die Höhe von Importzöllen international vergleichen zu können, berechnet die Weltbank die durchschnittliche Zollquote, die auf alle Handelsprodukte effektiv angewandt wird, und zwar als gewichtetes Mittel. Gewichtet wird dabei nach den Importanteilen der Produkte in den jeweiligen Partnerländern. Stückzölle werden, soweit möglich, in Wertzölle umgerechnet. Der Ländervergleich zeigt, dass Industriestaaten im Allgemeinen geringere Zölle erheben als Entwicklungsländer; besonders hoch sind die Zollschranken in mehreren afrikanischen Ländern, aber auch in Lateinamerika. Das erklärt sich zum Teil dadurch, dass die dortigen Industrien generell schwächer sind und daher einen höheren Schutzbedarf haben, andererseits aber auch durch die höhere fiskalische Bedeutung, die Zöllen in Entwicklungsländern zukommt. Unter den Industriestaaten hatten die USA 2016 mit durchschnittlich 1,67 % eine der niedrigsten Zollquoten. Die EU lag mit 1,96 % etwas darüber.

Geschützt werden vor allem hochverarbeitete Produkte, denn in erster Linie sind es Industrien mit ihrer hohen Wertschöpfung, die vor ausländischer Konkurrenz abgeschirmt werden sollen. Daher nehmen Zölle üblicherweise zu, je höher die Produkte verarbeitet sind; dieses Phänomen wird als Zollprogression bezeichnet. Auf Rohstoffe werden dagegen eher niedrige Zölle erhoben. Eine Ausnahme sind aber zum Beispiel die Schutzzölle der EU auf Agrarprodukte. Dieser Agrarprotektionismus wird häufig kritisiert, weil er vielen Entwicklungsländern, die bei Agrarprodukten einen komparativen Vorteil haben, die Möglichkeit nimmt, eine exportorientierte und sich selbst tragende Landwirtschaft aufzubauen.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 08/2018
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