Fluchtwege nach Europa

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Routen der illegalen Zuwanderung in die EU

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Routen der illegalen Zuwanderung in die EU

Jedes Jahr verlassen Tausende Menschen ihre Heimat, weil sie sich in der EU ein besseres Leben oder eine Zuflucht vor Krieg und Verfolgung in ihrem Herkunftsland erhoffen. Seit 2006 stieg die Zahl der Asylanträge in den EU-Ländern wieder stetig an; sie lag 2014 bereits bei einer halben Million, kletterte 2015 aber noch einmal sprunghaft auf nahezu 1,3 Millionen, angetrieben vor allem vom syrischen Bürgerkrieg. In einem engen Zusammenhang mit dieser Entwicklung steht die Zunahme illegaler Grenzübertritte an den Außengrenzen der EU: Für 2015 meldet die europäische Grenzsicherungsagentur Frontex mehr als 1,8 Mio unerlaubte Grenzübertritte, die meisten davon in der zweiten Jahreshälfte. Dabei lassen sich einige Hauptrouten unterscheiden.

Der am häufigsten genutzte Fluchtweg war die östliche Mittelmeer-Route über die Türkei nach Südosteuropa, meist mit Griechenland als erster Anlaufstation. Hier zeigte sich 2015 mit nahezu 900000 illegalen Grenzübertritten ein drastischer Anstieg – 2014 waren es gerade erst 50800. Die östliche Mittelmeer-Route wählten vor allem Flüchtlinge aus Syrien (mehr als die Hälfte der illegalen Grenzübertritte), aber auch aus Afghanistan und Irak. Viele dieser Migranten zogen weiter über den westlichen Balkan, ehe sie auf dem Weg nach West- und Nordeuropa wieder eine EU-Außengrenze überquerten. Auch auf dieser Route war daher 2015 eine Rekordzahl illegaler Grenzübertritte zu verzeichnen (über 760000 gegenüber knapp 43400 im Vorjahr). Die Wanderungsströme auf der Balkanroute verliefen weitgehend unkontrolliert, so dass bei mehr als einer halben Million Zuwanderer die Herkunft unbekannt blieb. Von denen, deren Herkunft ermittelt wurde, stammten die meisten aus Syrien (rund 90000). An zweiter Stelle folgten Migranten aus dem Kosovo (knapp 24000). Unabhängig davon wurden an der Grenze zwischen Albanien und Griechenland rund 8900 illegale Zuwanderer aufgegriffen – meist albanische Saisonarbeiter.

Der Seeweg über das zentrale Mittelmeer wird vor allem von Migranten aus Afrika südlich der Sahara genutzt. 2015 wurden dort über 150000 illegale Grenzübertritte registriert. Wichtigster Knotenpunkt der zentralen Mittelmeer-Route ist Libyen, wo die Auswanderer von Schleppern in oft überladene und kaum seetaugliche Boote verfrachtet werden. Die Ziele der lebensgefährlichen Seereise, auf der immer wieder Boote kentern und Hunderte Menschen ertrinken, sind Lampedusa, Malta, Sizilien oder das süditalienische Festland. Für die illegale Zuwanderung aus Afrika ist daneben die Route im westlichen Mittelmeer über die Straße von Gibraltar oder in die spanischen Exklaven in Nordafrika, Ceuta und Melilla, bedeutsam.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 04/2016
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