Europas Jugend

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Infografik Nr. 707126

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Der langjährige Geburtenrückgang in den Ländern der Europäischen Union wirkt sich immer stärker auf den Altersaufbau der Bevölkerung und damit auf das Verhältnis zwische ...

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Europas Jugend

Der langjährige Geburtenrückgang in den Ländern der Europäischen Union wirkt sich immer stärker auf den Altersaufbau der Bevölkerung und damit auf das Verhältnis zwischen den Generationen aus.

Kinder unter 15 Jahren

machten 2014 nur noch 15,6 % der gesamten EU-Bevölkerung aus. Weltweit lag dieser Anteil bei 26 %. Unter den EU-Staaten ragte Irland mit einem Kinderanteil von 22,0 % hervor. Länder wie Frankreich (18,4 %) und Großbritannien (17,6 %) lagen immerhin noch über dem EU-Durchschnitt, während Spanien (15,2 %), Polen (15,0 %) oder Italien (13,9 %) zu den kinderärmeren Ländern gehörten. Ganz unten im EU-Vergleich rangierte Deutschland, wo die Unter-15-Jährigen lediglich 13,1 % der Gesamtbevölkerung stellten. Folgt man der Bevölkerungsprojektion des europäischen Statistikamts Eurostat, setzt sich der

Rückgang des Anteils der jungen Bevölkerung

in vielen EU-Ländern auch in den nächsten Jahrzehnten noch fort. Bis zum Jahr 2030 sinkt der Anteil der Unter-15-Jährigen im EU-Durchschnitt auf 14,9 %, in Portugal und Spanien sogar auf unter 12 %.

Man sollte annehmen, dass der Rückgang der Bevölkerung im Kindesalter eine intensivere Betreuung, Bildung und Ausbildung der nachwachsenden Jahrgänge ermöglicht. Da die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter aber meist noch stärker schrumpft und nur die Altersgruppe der Senioren an Zahl und Gewicht zunimmt, ist noch nicht ausgemacht, wie sich die gesellschaftlichen Bedürfnisse und Lasten künftig verteilen.

Aller Voraussicht nach wird das Arbeitskräfteangebot in der EU schon ab 2023 zurückgehen, so dass sich dem beruflichen Nachwuchs dann bessere Chancen bieten. Die derzeitige Situation ist für viele Kinder und Jugendliche aber von sozialer Unsicherheit geprägt. So war in der EU 2014 im Durchschnitt mehr als ein Fünftel (21,1 %) der Unter-18-Jährigen

von Armut bedroht.

Noch deutlich höher war die Quote der Armutsgefährdung der Kinder in den Schuldnerländern Südeuropas (Spanien: 30,5 %, Portugal 25,6 %, Griechenland: 25,5 %, Italien: 25,1 %) sowie in Bulgarien (31,7 %) und Rumänien (39,4 %). Verfügten die Eltern nur über einen niedrigen Bildungsstand, waren fast zwei Drittel der Kinder armutsgefährdet (63,8 %), in einzelnen Ländern Südosteuropas sogar um die 90 %.

Noch immer werden Bildungschancen verspielt: Nach Zahlen für 2015 hatten in der EU fast 11 % der Jungerwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren frühzeitig ihren Schulbesuch oder ihre Ausbildung abgebrochen. Sie sind damit denkbar schlecht gerüstet für spätere Arbeitsaufgaben, für eine eigenständige Existenz, die Gründung einer Familie und einen anerkannten Platz in der Gesellschaft.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 04/2016
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