Europas Jugend

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Infografik Nr. 707126

Die derzeitige Situation ist für viele Kinder und Jugendliche von sozialer Unsicherheit geprägt. So war in der EU-27 im Jahr 2018 im Durchschnitt fast ein Viertel der Unter-18-Jährigen von Armut bedroht. Noch deutlich höher war die Quote der Armutsgefährdung der Kinder und Jugendlichen in einigen Ländern Süd- und Südosteuropas.

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Der langjährige Geburtenrückgang in den Ländern der Europäischen Union wirkt sich zunehmend auf den Altersaufbau der Bevölkerung und damit auf das Verhältnis zwischen den Generationen aus. Kinder unter 15 Jahren machten 2019 nur noch 15,2 % der gesamten EU-Bevölkerung (ohne Großbritannien) aus. Weltweit lag dieser Anteil bei knapp 26 %. Unter den EU-Staaten ragte Irland mit einem Kinderanteil von 20,5 % hervor. Länder wie Frankreich (18,8 %) und Schweden (17,8 %) lagen immerhin noch über dem EU-Durchschnitt, während Spanien (14,8 %), Österreich (14,4 %) und Deutschland (13,6 %) zu den kinderärmeren Ländern gehörten. Ganz unten im EU-Vergleich rangierte Italien, wo die Unter-15-Jährigen lediglich 13,2 % der Gesamtbevölkerung stellten. Folgt man der Bevölkerungsprojektion des europäischen Statistikamts Eurostat, setzt sich der Rückgang des Anteils der jungen Bevölkerung in vielen EU-Ländern auch in den nächsten Jahrzehnten noch fort. Demnach sinkt der Anteil der Unter-15-Jährigen im EU-Durchschnitt bis zum Jahr 2050 auf 14,1 %, in Italien sogar auf nur noch 11,5 %.

Man sollte annehmen, dass der Rückgang der Bevölkerung im Kindesalter eine intensivere Betreuung und Ausbildung der nachwachsenden Jahrgänge ermöglicht. Da die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter aber meist ebenfalls schrumpft und nur die Altersgruppe der Senioren an Zahl und Gewicht zunimmt, ist noch nicht ausgemacht, wie sich die gesellschaftlichen Bedürfnisse und Lasten künftig verteilen, zumal mit der Corona-Krise neue, gewaltige Aufgaben auf die Sozial- und Wirtschaftssysteme zukommen.

Die derzeitige Situation ist für viele Kinder und Jugendliche von sozialer Unsicherheit geprägt. So war in der EU-27 im Jahr 2018 im Durchschnitt fast ein Viertel (23,4 %) der Unter-18-Jährigen von Armut bedroht. Noch deutlich höher war die Quote der Armutsgefährdung der Kinder und Jugendlichen in einigen Ländern Süd- und Südosteuropas (Spanien: 29,5 %, Italien: 30,8 %, Griechenland: 33,3 %, Bulgarien: 33,7 %, Rumänien: 38,1 %). Verfügten die Eltern nur über einen niedrigen Bildungsstand, waren im EU-Durchschnitt fast 60 % der Kinder armutsgefährdet, in Deutschland sogar knapp über 70 %.

Noch immer werden Bildungschancen verspielt: 2019 hatten in der EU-27 gut 10 % der Jungerwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren frühzeitig ihren Schulbesuch oder ihre Ausbildung abgebrochen. Sie sind damit denkbar schlecht gerüstet für spätere Arbeitsaufgaben, für eine eigenständige Existenz, die Gründung einer Familie und einen anerkannten Platz in der Gesellschaft. Über diese und andere Probleme der Jugend in Europa unterrichtet eine Datensammlung („Dashbord der Jugendindikatoren“) bei Eurostat.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2020
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