Afrikas Weg in die Unabhängigkeit

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Afrikas Weg in die Unabhängigkeit

Der Zweite Weltkrieg leitete das Ende der Kolonialreiche ein. Der Krieg hatte die europäischen Kolonialmächte wirtschaftlich und militärisch ausgelaug ...

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Afrikas Weg in die Unabhängigkeit

Der Zweite Weltkrieg leitete das Ende der Kolonialreiche ein. Der Krieg hatte die europäischen Kolonialmächte wirtschaftlich und militärisch ausgelaugt und die USA als neue Schutzmacht Europas vertraten – schon wegen ihrer eigenen Geschichte – eine entschieden antikoloniale Position. Zwar intensivierten die Kolonialmächte in den 1940er und 1950er Jahren zunächst noch einmal ihre Kolonialpolitik, um den Zerfall ihrer überseeischen Imperien aufzuhalten. Doch bald kamen sie zu der Einsicht, dass die Kolonialherrschaft ihre Kräfte zu überdehnen drohte. Einen Präzedenzfall bildete die Unabhängigkeit Indiens von Großbritannien (1947), die zum Vorbild für Unabhängigkeitsbestrebungen in der Dritten Welt wurde.

So begann die eigentliche Dekolonisierung Afrikas in den • fünfziger Jahren: In Nordafrika wurde Libyen 1951 unabhängig, es folgten Marokko und Tunesien (1956). Ägypten hatte zwar schon 1922 formal die Unabhängigkeit erlangt, blieb aber faktisch bis zum Militärputsch 1952 von London abhängig. Algerien, Frankreichs Siedlungskolonie und von Paris daher als unverzichtbarer Teil des Mutterlands betrachtet, errang seine staatliche Selbstständigkeit erst nach einem erbitterten Krieg (1954-62). In Afrika südlich der Sahara wurde 1957 zuerst die britische Goldküste als Ghana unabhängig. Frankreich versuchte zunächst noch, seine übrigen afrikanischen Kolonien mit wirtschaftlichen Anreizen in einer „Communauté Française“ zu halten. Noch 1958 stimmten in einem Referendum alle Kolonien der Communauté gegen die Unabhängigkeit – mit Ausnahme Guineas, das damit eine Vorreiterrolle spielte: Schon • 1960, im „Jahr Afrikas“, folgten ihm die übrigen Mitglieder der Communauté sowie die französischen Treuhandgebiete Kamerun und Togo in die Unabhängigkeit. Im selben Jahr zog sich auch Belgien aus dem Kongo zurück, wo im Schatten des Ost-West-Konfliktes eine schwere Krise ausbrach (1960-65). In den • sechziger Jahren wurden dann auch die meisten britischen Kolonien unabhängig. Portugal hingegen hatte seit 1961 Krieg geführt, um seine Kolonien zu halten. Erst das Ende der Diktatur in Portugal (1974) verschaffte in den • siebziger Jahren auch den portugiesischen Kolonien die Unabhängigkeit. In Angola jedoch schloss sich ein Bürgerkrieg an, der erst 2002 beendet wurde. Einen Sonderfall bildet die weiße Siedlerkolonie Süd-Rhodesien, die 1980, nach fünfzehnjährigem Befreiungskampf, als Simbabwe unabhängig wurde.

Die • nach 1980 entstandenen Staaten erlangten ihre Unabhängigkeit nicht mehr von Kolonialmächten in Europa, sondern durch Abspaltungen: Namibia löste sich 1990 von Südafrika, Eritrea 1993 in einem kurzen, verlustreichen Krieg von Äthiopien und Süd-Sudan 2011, nach langem Bürgerkrieg, vom Sudan.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2015
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