Kuba und die USA

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Infografik Nr. 863118

Kuba und die USA

Als eines der letzten Überbleibsel des spanischen Kolonialreiches in Amerika geriet Kuba gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den Sog des regionalen Hegemoniestrebens ...

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Kuba und die USA

Als eines der letzten Überbleibsel des spanischen Kolonialreiches in Amerika geriet Kuba gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den Sog des regionalen Hegemoniestrebens der USA. Bereits im Jahr 1823 hatte Präsident James Monroe in der Monroe-Doktrin die westliche Hemisphäre zum Einflussgebiet der USA erklärt, und speziell an Kuba, nah am US-amerikanischen Festland gelegen, hatte Washington schon früh Interesse bekundet (Kaufangebote an Spanien 1848 und 1854). Eine Gelegenheit bot der kubanische Aufstand gegen die spanische Kolonialmacht, in den die USA 1898 eingriffen: In einem kurzen Krieg gegen Spanien erzwangen sie die Abtretung Kubas. 1902 wurde Kuba unabhängig, blieb jedoch faktisch ein Protektorat der USA, die sich in einem Zusatz zur kubanischen Verfassung (Platt-Amendment) ein Interventionsrecht vorbehielten, von dem sie in der Folge mehrmals Gebrauch machten. Außerdem erlaubte er die Einrichtung von US-Militärbasen auf kubanischem Territorium (Pacht der Guantanamo-Bucht 1903). Das Platt-Amendment wurde 1934 aufgehoben, der Pachtvertrag für Guantanamo aber unbefristet verlängert.

Zum Machthaber in Kuba avancierte General Fulgencio Batista (reg. 1940-44 und 1952-59). Er regierte diktatorisch, sicherte aber als strikter Antikommunist die amerikanischen Wirtschaftsinteressen und wurde von Washington geduldet. Die Vertreibung Batistas 1959 und die Machtübernahme durch Fidel Castro forderte die Hegemonie der USA in ihrem karibischen „Hinterhof“ offen heraus: Castro errichtete eine kommunistische Diktatur, enteignete amerikanische Firmen und näherte sich der Sowjetunion an. Die USA verhängten ein Wirtschaftsembargo und versuchten sogar, Castro durch eine Invasion von Exilkubanern in der Schweinebucht zu stürzen, was aber fehlschlug. 1962 führte die Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen auf Kuba (und damit vor der „Haustür“ der USA) zur Kuba-Krise. Zwischen Washington und Moskau wurde die Krise beigelegt, doch gegenüber Kuba verfolgten die USA fortan eine Politik der wirtschaftlichen und diplomatischen Isolation, auch über das Ende des Kalten Krieges 1989/90 hinaus.

Nach Jahrzehnten der Eiszeit zeichnete sich unter US-Präsident Barack Obama allmählich ein Tauwetter ab. 2014 verkündeten Obama und Raúl Castro, der 2006 die Regierung von seinem Bruder übernommen hatte, volle diplomatische Beziehungen aufnehmen zu wollen, was 2015 durch die Wiedereröffnung der Botschaften in beiden Hauptstädten geschah. Die Wirtschaftssanktionen der USA gegen Kuba wurden teilweise gelockert, das Embargo blieb allerdings noch bestehen. Obama bekräftigte seine Annäherungspolitik im März 2016 mit einem historischen Besuch auf Kuba.

Reihe: 53
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Ausgabe: 04/2016
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