Die USA – eine multiethnische Gesellschaft

Die USA – eine multiethnische Gesellschaft

Infografik Nr. 853535

Die Vereinigen Staaten waren jeher der „melting pot“ und Einwanderungsziel von Menschen verschiedenster Herkunft. Wie die multiethische Bevölkerung sich verteilt, zeigt dieses ZAHLENBILD. Direkt herunterladen!

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Von Beginn an waren die USA ein Einwanderungsland, und dieser Charakter bestimmt auch ihre heutige Bevölkerungsstruktur. Die eigentlichen Ureinwohner – Indianer, indigene Völker Alaskas und der Pazifikinseln – machen nur noch einen winzigen Teil (weniger als 1 %) der Bevölkerung aus. Schon früh wurden sie von den Einwanderern aus Europa verdrängt, die über mehrere Jahrhunderte ins Land kamen und deren Nachfahren heute als Weiße europäischer Abstammung die Mehrheit (58 %) der Bevölkerung stellen. Europa als wichtigstes Herkunftsgebiet wurde seit den 1970er Jahren von Asien und vor allem Lateinamerika abgelöst; so bilden inzwischen die Hispanics mit knapp einem Fünftel (19 %) der Bevölkerung die zweitgrößte ethnische Gruppe. Noch größere Bevölkerungsanteile stellen sie im ehemals spanischen bzw. mexikanischen Südwesten (den Regionen Pacific, West South Central und Mountain). In der US-Statistik werden die „Hispanics“ oder „Latinos“ über die Sprache definiert, nicht über die Abstammung wie die anderen Bevölkerungsgruppen. Die meisten Hispanics sind europäischer – genauer: spanischer – Herkunft; nur ein kleiner Teil ist anderer Abstammung. Afroamerikaner, überwiegend Nachfahren von aus Westafrika deportierten Sklaven, machen 12% der Bevölkerung aus. Ihr Lebensschwerpunkt lag ursprünglich im Süden
und Südosten, das heißt im Gebiet der ehemaligen Südstaaten mit ihrer Sklavenwirtschaft. Im Laufe des 20. Jahrhunderts verließen aber mehrere Millionen Afroamerikaner diese Region und wanderten in die aufstrebenden städtischen Zentren im Nordosten und im Westen aus. Asiaten bilden mit 6 % der Bevölkerung eine relativ kleine ethnische Gruppe. Sie leben großenteils in den Großstädten Kaliforniens (Pacific) und in New York (Middle Atlantic). Rund 4 % der US-Bevölkerung gehören mehreren Ethnien zugleich an und 1 % anderen als den genannten.

Ihre ethnische Vielfalt hat die amerikanische Gesellschaft durchaus bereichert, birgt aber auch Probleme. Rassismus ist in den USA nach wie vor verbreitet, und die Ungleichheit der Chancen zeigt sich vor allem bei Hispanics und Afroamerikanern. Sie erreichen seltener höhere Schulabschlüsse als Weiße oder auch Asiaten, und die Armutsquoten der Schwarzen und der Hispanics waren 2020 mit 20 % bzw. 17 % mehr als doppelt so hoch wie bei der weißen Bevölkerung und den Asiaten (jeweils 8 %).

Laut den Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung wird in wenigen Jahrzehnten keine ethnische Gruppe mehr eine Mehrheit im Land stellen. Der Anteil der weißen Bevölkerung wird demnach bis 2060 auf unter die Hälfte (44 %) sinken, während der Anteil der Hispanics auf mehr als ein Viertel steigt.

Ausgabe: 02/2022
Reihe: 53
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