Entwicklung des Parteiensystems in den USA

Entwicklung des Parteiensystems in den USA

Infografik Nr. 854700

Die moderne Parteiendemokratie, in der Parteien das Bindeglied zwischen Bevölkerung und Regierung bilden, hat ihren Ursprung in den USA. Dort entstanden Ende des 18. Jahrhunderts die ersten Parteien aus dem Streit der „Gründerväter“, wie der neue Staat zu organisieren sei.

Verfügbare Produktformate:

Die moderne Parteiendemokratie, in der Parteien das Bindeglied zwischen Bevölkerung und... mehr
Mehr Details zu "Entwicklung des Parteiensystems in den USA"

Die moderne Parteiendemokratie, in der Parteien das Bindeglied zwischen Bevölkerung und Regierung bilden, hat ihren Ursprung in den USA. Dort entstanden Ende des 18. Jahrhunderts die ersten Parteien aus dem Streit der „Gründerväter“, wie der neue Staat zu organisieren sei: Die Föderalisten um Alexander Hamilton und John Adams hielten eine starke Bundesgewalt für unerlässlich, um einen stabilen Staat zu bauen; die Republikaner um Thomas Jefferson dagegen betonten die Rechte der Einzelstaaten gegenüber der Bundeszentrale. Zunächst setzten sich die Föderalisten unter Präsident John Adams durch. Doch im Jahr 1800 wurde Adams abgewählt und der Republikaner Jefferson trat seine Nachfolge an. Die Föderalisten verschwanden in den Folgejahren als politische Partei. Dadurch regierten die Republikaner eine Zeit lang praktisch ohne Opposition. Die Amtszeit von Präsident James Monroe wurde daher früh als Era of Good Feelings (1817-1824) gefeiert und nährte Hoffnungen auf eine „parteilose“ Harmonie.

Doch die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung brachte neue Konfliktlinien hervor: Während im Norden die Industrialisierung voranschritt und ein städtisches Bürgertum entstehen ließ, blieb der Süden von der ländlichen Aristokratie der Baumwoll-Pflanzer geprägt, deren Wirtschaftsmodell auf dem Einsatz von Sklaven als billigen Feldarbeitern beruhte. Diese Entwicklung bedingte die Bildung neuer Parteien. Die Demokratisch-Republikanische Partei zerbrach nach der Wahl von 1824 in zwei Lager: • Die Anhänger von Andrew Jackson, der 1828 die Präsidentschaftswahl gewann und mit seiner „Jacksonian Democracy“ eine ganze Epoche prägte, nannten sich bald nur noch Demokraten. Sie traten auf als Partei des „kleinen Mannes“ gegen die kapitalistischen Eliten und fanden ihre Anhänger unter Industriearbeitern im Norden, vor allem aber unter den Pflanzern im Süden. Beim Ausbruch des Bürgerkriegs waren die Demokraten daher überwiegend Befürworter der Sklaverei. • Auf der anderen Seite des politischen Spektrums formierten sich die Nationalen Republikaner, die sich während der Präsidentschaft Jacksons als Oppositionspartei unter dem Namen Whigs erneuerten. Die Whigs repräsentierten den industrialisierten Norden, zerbrachen aber an Differenzen über die Sklavenfrage: Während ein Teil der Sklaverei-Befürworter zu den Demokraten überging, gründeten die Sklaverei-Gegner im Jahr 1854 die Partei der Republikaner. In dieser Partei ging auch die 1848 vom früheren Demokraten Martin Van Buren gegründete Free Soil Party auf, die sich offen gegen die Sklaverei gestellt hatte. Damit war das von Demokraten und Republikanern dominierte Zwei-Parteien-System ausgebildet, das von seiner Struktur her bis heute besteht. Die inhaltlichen Positionen der Parteien haben sich aber über die Epochen hinweg stark gewandelt.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
s/w-Version: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
eps: eps-Version
Ausgabe: 12/2019
Zuletzt angesehen