Swing States - Umkämpfte Staaten bei US-Wahlen

Swing States - Umkämpfte Staaten bei US-Wahlen

Infografik Nr. 855229

In den USA werden als „Swing States“ jene Staaten bezeichnet, die bei Präsidentschaftswahlen nicht verlässlich für die eine oder andere Partei stimmen. In Wahlkämpfen werden solche Staaten besonders umworben, denn dort müssen die Parteien entweder um ihre Mehrheit bangen oder sie können hoffen, den Staat von der gegnerischen Partei auf die eigene Seite zu ziehen.

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In den USA werden als „Swing States“ jene Staaten bezeichnet, die bei Präsidentschaftswahlen nicht verlässlich für die eine oder andere Partei stimmen. In Wahlkämpfen werden solche Staaten besonders umworben, denn dort müssen die Parteien entweder um ihre Mehrheit bangen oder sie können hoffen, den Staat von der gegnerischen Partei auf die eigene Seite zu ziehen. Um einen Staat zu gewinnen ist es egal, wie knapp das Ergebnis ist: Im Mehrheitswahlsystem nach dem Prinzip „the winner takes it all“ fallen dem siegreichen Kandidaten sämtliche Wahlmännerstimmen eines Staates zu. Die Definition eines Swing State ist nicht ganz präzise festzumachen. Als Kriterium kommt einerseits das frühere Wahlverhalten eines Staates in Betracht: Wenn ein Staat in der Vergangenheit wechselweise an die Republikaner und an die Demokraten fiel, qualifiziert er sich als Swing State. Ein weiteres Kriterium ist ein knappes Ergebnis: Wenn die überlegene Partei nur mit geringem Vorsprung gewonnen hat, lässt sich das Ergebnis bei der nächsten Wahl vielleicht „drehen“. Und natürlich kann ein Staat, der über viele Jahre stabil für eine Partei votiert hat, aufgrund verschiedenster Einflüsse – soziale, demografische, politische usw. – auf einmal seine Präferenz wechseln. Welche Staaten zu den Swing States zählen, variiert also im Zeitverlauf.

Betrachtet man die Präsidentschaftswahlen von 2016 und legt als Kriterium ein knappes Ergebnis an, bei dem die überlegene Partei mit weniger als 5 Prozentpunkten Vorsprung gewann, ergeben sich zwölf Swing States. Zu den wichtigsten zählt das bevölkerungsstarke Florida mit seiner entsprechend hohen Zahl an Wahlmännern (29). Florida war schon länger als Swing State bekannt. In den Wahljahren 2000 und 2004 fiel es an den Republikaner George W. Bush, aber 2008 und 2012 holte der Demokrat Barack Obama die Mehrheit im „Sunshine State“. 2016 wählte Florida dann wieder republikanisch: Mit knappem Vorsprung von nur 1,2 Prozentpunkten (das entsprach rund 113 000 Stimmen) gewann Donald Trump den Staat. Entschieden wurde das Rennen aber durch den überraschenden Wechsel von drei traditionell demokratischen Staaten ins Lager der Republikaner: Mit dem Versprechen, die Stahl- und Kohleindustrie wiederzubeleben, gewann Trump mit weniger als einem Prozentpunkt Vorsprung Wisconsin, Michigan und Pennsylvania – die drei Staaten im Industriegürtel um die Großen Seen hatten seit 1992 durchgängig demokratisch gewählt, wurden also 2016 erstmals zu Swing States. Knapp war der republikanische Wahlsieg außerdem in North Carolina und Arizona. Die Demokratin Hillary Clinton musste vor allem in den Wechselwählerstaaten Nevada, Colorado und Virginia um ihre Mehrheit bangen, gewann aber auch die demokratischen Hochburgen Minnesota, New Hampshire und Maine mit nur geringem Vorsprung.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 01/2020
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