USA – Bevölkerung und politische Repräsentation

USA – Bevölkerung und politische Repräsentation

Infografik Nr. 853518

Das ZAHLENBILD legt dar, wie sich die alle 10 Jahre stattfindende Volkszählung in den Staaten auf die Verteilung von Wahlmännern und somit auf die Wahl zum US-Präsidenten auswirken kann. Hier herunterladen!

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Seit 1790 wird in den USA alle zehn Jahre die Bevölkerung gezählt, zuletzt 2020. Dieser Zensus ist nicht nur eine Statistik, die wertvolle Informationen über demografische Entwicklungen und Strukturen liefert. Der Hauptauftrag des Zensus ist ein politischer: Gemäß Artikel 1, Abschnitt 2 der US-Verfassung liefert er die Rechenbasis, um die Sitze im Repräsentantenhaus auf die einzelnen Bundesstaaten zu verteilen. Das Repräsentantenhaus ist eine der beiden Kammern des US-Kongresses – neben dem Senat. Anders als im Senat, wo jeder Bundesstaat mit zwei Sitzen vertreten ist, richtet sich die Zahl der Abgeordneten im Repräsentantenhaus nach der Bevölkerung. Insgesamt sind dort 435 Sitze zu vergeben. Da jeder Bundesstaat mindestens einen Sitz erhalten muss, sind 50 Sitze schon automatisch verteilt. Um die restlichen 385 Sitze zu verteilen, wird ein kompliziertes Berechnungsverfahren angewandt. Es stützt sich auf die Wohnbevölkerung der Staaten, zuzüglich der im Ausland lebenden US-Bundesbediensteten und ihrer Familien, sofern sie einem Bundesstaat zugeordnet werden können. Unberücksichtigt bleibt der Hauptstadtbezirk Washington, D.C., dessen Vertreter im Plenum des Repräsentantenhauses kein Stimmrecht haben.

Die Zahl der Sitze im Repräsentantenhaus bestimmt auch die Anzahl der Wahlleute eines Bundesstaates im Electoral College, das den Präsidenten bzw. die Präsidentin wählt. Denn gemäß Artikel 2, Abschnitt 1 der US-Verfassung berechnet sich die Anzahl der Wahlleute eines Bundesstaates aus der Summe seiner Sitze im Senat (immer zwei) und eben seiner Sitze im Repräsentantenhaus.

So bringt der Zensus über die erfassten Bevölkerungsveränderungen alle zehn Jahre auch eine politische Machtverschiebung mit sich. Denn viele der US-Bundesstaaten neigen entweder den Demokraten oder den Republikanern zu – ein Zugewinn von Sitzen im Repräsentantenhaus beeinflusst daher die parteipolitischen Mehrheitsverhältnisse, und ein Zugewinn von Wahlleuten erhöht die Wahlchancen des Kandidaten der jeweiligen Partei bei den Präsidentschaftswahlen. So gesehen begünstigt der Zensus 2020 die Republikaner. Legt man die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl von 2020 zugrunde, verloren fünf Staaten, die für den Demokraten Joe Biden stimmten, je einen Sitz im Repräsentantenhaus: Kalifornien, Illinois, Michigan, Pennsylvania und New York. Einen Sitz hinzu gewannen nur zwei der Staaten, die sich für Biden entschieden: Oregon und Colorado. Unter den Staaten, die für den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump stimmten, gewannen Florida, North Carolina und Montana je einen Sitz hinzu und Texas sogar zwei. Nur zwei Staaten, die für Trump votierten, Ohio und West Virginia, verloren einen Sitz.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 06/2021
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