Welt-Klimakonferenzen

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Die UN-Klimakonferenzen sind die jährlichen Höhepunkte der Weltklimadiplomatie. Auf ihnen sollen sich die teilnehmenden Staaten jeweils auf ein Abschlussdokument einigen, das im Dialog zwischen Klima-Experten, Regierungsvertretern und Nichtregierungsorganisationen gewachsen ist, den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand aufnimmt und politische Prozesse für den Klimaschutz in Gang setzt.

Die UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung erarbeitete mit der Klimarahmenkonvention 1992 in Rio de Janeiro die völkerrechtliche Vertragsgrundlage für den internationalen Klimaschutz. Deren Unterzeichner verpflichteten sich, die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre zu stabilisieren und die Folgen der globalen Erwärmung zu mildern. Ein Jahr nach In-Kraft-Treten der Konvention beschlossen die Vertragsstaaten auf ihrer ersten Konferenz (Conference of the Parties, COP) in Berlin, ein rechtlich verbindliches Dokument zur Reduktion der Treibhausgasemissionen auszuhandeln. In zweijähriger Arbeit entstand das Kyoto-Protokoll, das den Industrieländern nationale Reduktionsziele für den Zeitraum 2008-2012 auferlegte und dessen Verabschiedung 1997 trotz aller Kritik als Meilenstein der internationalen Klimapolitik gilt. Es brauchte die nachfolgenden Konferenzen von Buenos Aires bis Marrakesch, um die konkreten Details auszugestalten. Erst 2005 trat das Protokoll in Kraft. Im selben Jahr berieten die Vertragsstaaten schon über die Fortsetzung des Kyoto-Prozesses. Dessen Verlängerung bis 2020 wurde 2012 in Doha beschlossen. Allerdings sind die daran teilnehmenden Industriestaaten für weniger als 15 % des globalen Treibhausgasausstoßes verantwortlich. Für die Entwicklungs- und Schwellenländer galten bislang keine völkerrechtlich bindenden Klimaschutzverpflichtungen, obwohl ihre Emissionswerte rasch ansteigen (auch wenn sie pro Kopf immer noch deutlich unter denen der Industriestaaten liegen).

Dies änderte sich mit dem Ende 2015 beschlossenen Pariser Klimaabkommen, das ab 2020 umgesetzt werden soll: Das Ziel, die globale Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen und Emissionen zu senken, ist nun auch für die Entwicklungs- und Schwellenländer verpflichtend. Dabei werden die spezifischen Probleme der Entwicklungsländer anerkannt. Um sie beim Klimaschutz zu unterstützen, wurde bereits 2010 in Cancun ein Grüner Klimafonds beschlossen: Für die Zeit ab 2015 sagten die Industrieländer jährlich 100 Mrd US-$ zu, 2025 soll ein neuer Betrag festgesetzt werden. Die Gipfel in Marrakesch (2016) und Bonn (2017) konkretisierten das Pariser Abkommen. Die USA unter Donald Trump kündigten 2017 allerdings ihren Rückzug aus dem Pariser Abkommen an.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2017
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