Wohnungseinbrüche

Wohnungseinbrüche

Infografik Nr. 131135

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ging von ihrem Höchststand im Jahr 1993 (227600) bis 2006 (106100) fast kontinuierlich zurück. Seitdem stieg sie aber wieder deutlich an. 2016 ...

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Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ging von ihrem Höchststand im Jahr 1993 (227600) bis 2006 (106100) fast kontinuierlich zurück. Seitdem stieg sie aber wieder deutlich an. 2016 registrierte die Polizei rund 151300 versuchte und vollendete Wohnungseinbrüche. Im Verhältnis zu ihrer Einwohnerzahl waren Bremen und Hamburg mit ihrem Umland, das Rhein-Ruhr-Gebiet, die Region Kassel sowie Berlin besonders häufig betroffen. Im Ländervergleich am niedrigsten lag die Einbruchsquote in Bayern, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.

Für Einbrecher ist das Risiko, gefasst und bestraft zu werden, sehr gering. Die Aufklärungsquoten bei Wohnungseinbrüchen bewegen sich seit Jahren weit unter 20 %. Wesentliche Gründe dafür liegen schon in der Natur des Verbrechens und sind von den Strafverfolgern kaum zu beeinflussen: Entscheidende Spuren wie Fingerabdrücke oder DNA werden nur äußerst selten gefunden, meistens gibt es auch keine Zeugenaussagen oder Überwachungsaufnahmen. Und selbst wenn ein Tatverdächtiger ermittelt werden konnte (womit der Fall in der Statistik schon als „aufgeklärt“ gilt), müssen oft die Verfahren aus Mangel an Beweisen fallen gelassen werden. Entsprechend schwer ist es, Erkenntnisse über die Täter zu gewinnen. Unter den vergleichsweise wenigen aufgeklärten Fällen überwiegen junge Männer, häufig schon mit Vorstrafen. Die Erscheinungsformen reichen von der Beschaffungskriminalität drogenabhängiger Einzeltäter bis zu professionell bandenmäßigem Vorgehen, doch ein dominantes Täterprofil sticht im Allgemeinen nicht hervor. Je nach Region kann es aber durchaus „typische“ Tätergruppen geben.

In der Bekämpfung der Einbruchskriminalität beklagt der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) einen Mangel an personellen und materiellen Ressourcen. Auch fehle es an einer effektiven Vernetzung der Strafverfolgungsbehörden bei der Kommunikation und beim Austausch von Daten, gerade wenn es um über Ländergrenzen hinweg operierende Banden gehe. Doch eine Erhöhung der Polizeipräsenz und eine bessere Vernetzung allein können das Problem nicht lösen. Erfolgversprechender sind deshalb Maßnahmen zur Prävention. Hierbei kann das Wissen um regionale Besonderheiten eine Rolle spielen, wichtiger ist aber ein wirksamer privater Einbruchsschutz durch technische Maßnahmen (die auch aus öffentlichen Mitteln gefördert werden) und durch aufmerksames Verhalten. Auf Prävention führt das Bundeskriminalamt auch den gestiegenen Anteil unvollendeter Einbruchsversuche zurück: 2003 lag der Anteil der Einbruchsversuche noch bei 34 %, 2016 wurde annähernd die Hälfte (44 %) der Einbrüche erfolglos aufgegeben.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2017
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