Die EU-Bevölkerung altert

Die EU-Bevölkerung altert

Infografik Nr. 707130

Jeder Versuch, die demographische Entwicklung der Europäischen Union in den kommenden Jahrzehnten vorauszuschätzen, ist mit großen Unsicherheiten behaftet. An einem Aspekt kommt man aber in keinem Fall vorbei: Im Jahr 2050 wird die Bevölkerung der heutigen EU-Mitgliedstaaten (EU-28) beträchtlich älter sein als heute.

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Jeder Versuch, die demographische Entwicklung der Europäischen Union in den kommenden Jahrzehnten vorauszuschätzen, ist mit großen Unsicherheiten behaftet. An einem Aspekt kommt man aber in keinem Fall vorbei: Im Jahr 2050 wird die Bevölkerung der heutigen EU-Mitgliedstaaten (EU-28) beträchtlich älter sein als heute. Nach dem Baby-Boom der frühen 1960er Jahre setzte im westlichen Europa ein starker Geburtenrückgang ein, dessen Folgen jetzt überall greifbar sind. 2016 lag die Fruchtbarkeitsrate – die durchschnittliche Anzahl der Geburten je Frau – EU-weit bei nur 1,58. Es wurden also weit weniger Babys geboren als notwendig wären, um die jeweilige Elterngeneration zu ersetzen. Zwar zeichnet sich inzwischen ein allmählicher Anstieg der Fruchtbarkeitsrate ab, sie wird aber auch 2050 (mit 1,76) voraussichtlich noch weit unter der „Erhaltungsrate“ von 2,1 Geburten je Frau liegen. Während so einerseits weniger Kinder nachwachsen, leben die Menschen andererseits deutlich länger, als es noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. So ist damit zu rechnen, dass zwischen 2016 und 2050 die durchschnittliche Lebenserwartung der männlichen Neugeborenen um fast acht und die der weiblichen Neugeborenen um nahezu sieben Jahre ansteigt – auf 83,6 bzw. 88,1 Jahre.

Beide Faktoren zusammen – Geburtenlücke und steigende Lebenserwartung – lösen weitere Verschiebungen im Altersaufbau der EU-Bevölkerung aus. 2016 hatten 19,3 % der Einwohner das 65. Lebensjahr überschritten; bis 2030 steigt dieser Anteil auf 24,1 % und bis 2050 weiter auf 28,5 %. In absoluten Zahlen ausgedrückt, nimmt die Altersgruppe der Über-65-Jährigen zwischen 2016 und 2050 von rund 99 auf 151 Millionen zu. Demgegenüber schrumpft die Bevölkerung im mittleren, aktiven Alter (15-64 Jahre) von 333 auf 299 Millionen, so dass sich das Verhältnis zwischen mittleren und älteren Jahrgängen massiv verändert. Konnte sich jeder Senior 2016 im Durchschnitt noch auf 3,4 Menschen im erwerbsfähigen Alter stützen, so müssen im Jahr 2050 jeweils 2 „Aktive“ einen älteren Menschen mitversorgen. Entsprechend groß ist der immer neu zu bewältigende Reformbedarf in der Alters- und Gesundheitsversorgung – selbst wenn die Menschen künftig später aus dem Arbeitsleben ausscheiden, als es heute der Fall ist.

Die „Vergreisung“ der EU nähme noch dramatischere Formen an, würde sie nicht durch die Zuwanderung überwiegend jüngerer Menschen abgemildert. Der Ageing Report der Europäischen Kommission, dem die genannten Zahlen entstammen, rechnet langfristig mit dem Zuzug von gut 1 Million Menschen pro Jahr; das entspricht je etwa 0,2 % der EU-Bevölkerung.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 07/2018
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