Die Zuwanderer

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Infografik Nr. 708065

Zuwanderung in Europa

Das Bevölkerungsgeschehen in vielen europäischen Ländern wurde in den letzten fünfzig Jahren sehr stark durch Zuwanderung geprägt. Die Wanderungsprozesse liefen ...

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Zuwanderung in Europa

Das Bevölkerungsgeschehen in vielen europäischen Ländern wurde in den letzten fünfzig Jahren sehr stark durch Zuwanderung geprägt. Die Wanderungsprozesse liefen aber nicht gleichförmig ab, sondern unterschieden sich von Land zu Land in ihren Ursachen, ihrem Verlauf und ihrem Umfang. Oft ergaben sich auch charakteristische Verbindungen zwischen einzelnen Herkunfts- und Zielländern, bedingt durch historische Beziehungen, geographische Nähe und sprachliche bzw. kulturelle Verwandtschaft, aber auch durch die gezielte Anwerbung von „Gastarbeitern“ aus bestimmten Herkunftsländern und die Herausbildung von Kontaktnetzen zwischen Ausgewanderten und ihrer alten Heimat.

Die koloniale Vergangenheit europäischer Staaten wie Großbritannien, der Niederlande, Frankreich oder Portugal spiegelt sich in der Zuwanderung ebenso wie der Zerfall der Sowjetunion oder Jugoslawiens und der durch Kriege und Konflikte in anderen Teilen der Welt verursachte Zuzug von Flüchtlingen und Asylanten. Nicht zuletzt aber sorgte die im europäischen Binnenmarkt verwirklichte Freizügigkeit des Personenverkehrs dafür, dass Menschen aus benachteiligten Regionen – vor allem im Süden und Osten der heutigen EU – den besseren Arbeitsmarktchancen in den wohlhabenden westeuropäischen EU-Ländern folgten.

Nach Daten des europäischen Statistikamts Eurostat lebten in den EU-Mitgliedstaaten Anfang 2012 rund 33,4 Millionen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Das entsprach etwa 6,7% der Gesamtbevölkerung. Am höchsten war der Ausländeranteil in Luxemburg (mit 43,8%), am niedrigsten in den osteuropäischen Ländern, die selbst Auswanderungsländer sind, insbesondere Polen (0,1%) und Rumänien (0,2%). Eine hohe Ausländerquote (22,8%) findet sich auch in der Schweiz, die der EU durch bilaterale Verträge eng verbunden ist. Knapp ein Drittel der Ausländer in den EU-Mitgliedstaaten sind Staatsangehörige anderer EU-Länder, zwei Drittel kommen aus Ländern außerhalb der EU.

Die Bedeutung der Zuwanderung ist aber meist noch größer, als die bloße Unterscheidung nach ausländischen und eigenen Staatsangehörigen erkennen lässt. Je nachdem, wie hoch die Hürden der Einbürgerung sind, hat nämlich schon ein mehr oder minder großer Teil der Zuwanderer die Staatsangehörigkeit des Aufnahmelandes angenommen. So haben in den Niederlanden etwa 4% der Bevölkerung einen ausländischen Pass, im Ausland geboren sind jedoch mehr als 11%. Auch in Schweden oder Frankreich leben weit mehr Menschen mit ausländischem Geburtsort als mit fremder Staatsangehörigkeit.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 02/2014
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