Übersterblichkeit durch COVID-19

Übersterblichkeit durch COVID-19

Infografik Nr. 707158

Indem die durchschnittliche Sterblichkeit des Zeitraums 2016 bis 2019 mit der Sterblichkeit des Pandemie-Zeitraums verglichen wird, zeigt sich, dass Covid-19 in den betrachteten Ländern zu einer Übersterblichkeit in der Bevölkerung geführt hat. Laden Sie dieses neue ZAHLENBILD direkt herunter!

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Am 1. März 2020 schien die Bedrohung durch das neuartige Corona-Virus, das von China aus in... mehr
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Am 1. März 2020 schien die Bedrohung durch das neuartige Corona-Virus, das von China aus in andere Weltregionen vordrang, noch leicht beherrschbar. In der gesamten EU gab es zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 2 100 bestätigte Krankheitsfälle. Aber schon am 11. März wurde die durch das Virus ausgelöste Krankheit COVID-19 von der Weltgesundheitsorganisation zur Pandemie erklärt. Nur eine Woche später ergriff Deutschland ernsthafte Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Tatsächlich durchlief die EU im März und April die erste Infektionswelle. Bis zum 1. Mai 2020 zählte man EU-weit bereits fast 1 Million Ansteckungen mit Corona. Besonders betroffen waren Spanien und Italien. Im norditalienischen Bergamo, einem frühen Hotspot der Corona-Pandemie, spielten sich im März schon dramatische Szenen ab, als die Krankenhäuser nicht mehr alle Erkrankten aufnehmen konnten und die Todesfälle durch COVID sich häuften.

Wie das Infektionsgeschehen zwangsläufig unvollständig erfasst wurde, weil nur die bestätigten Fälle zählten, waren auch die Todesfolgen der Pandemie nicht in vollem Umfang erkennbar und vergleichbar. Während manche Behörden alle Toten, die an und mit Covid gestorben waren, als COVID-Opfer registrierten, zählten andere nur diejenigen Fälle, in denen COVID als maßgebliche Todesursache nachgewiesen wurde. Ein internationaler Vergleich der Sterbedaten ist deshalb nur eingeschränkt möglich.

Um das tödliche Ausmaß der Pandemie zu erfassen, bietet sich deshalb ein anderes Verfahren an: Es vergleicht die während der Corona-Pandemie monatlich registrierten Todesfälle – unabhängig von der Todesursache – mit der im gleichen Zeitraum „normalerweise“ zu erwartenden Sterblichkeit. Als Vergleichsbasis gelten dabei die entsprechenden Monatsdurchschnitte der Jahre 2016-2019. Wie sich zeigt, gab es in der EU ab März 2020 zwei Wellen überhöhter Sterblichkeit. Die erste dauerte von März bis Mai 2020, die zweite von August 2020 bis Februar 2021. Dabei gingen die Sterbefälle im April 2020 um 25 % und im November 2020 um 41 % über den Durchschnitt der Jahre 2016-2019 hinaus.

Allerdings gab es große Unterschiede zwischen den EU-Ländern, was den zeitlichen Verlauf und die Abweichungen vom Normalmaß angeht. Sehr früh wurden Italien, Spanien und Frankreich getroffen, Spanien im April 2020 mit einer Übersterblichkeit von fast 80 %. Polen erfasste die Welle dagegen erst im Herbst mit voller Wucht; im November 2020 traten dort fast doppelt so viele Todesfälle auf wie unter normalen Bedingungen. In Deutschland war die Übersterblichkeit im Dezember 2020 mit 31 % am höchsten. Eine weitere, dritte Welle zeichnete sich EU-weit ab März 2021 ab.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
s/w-Version: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Ausgabe: 07/2021
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