ESA - Europäische Raumfahrtagentur

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Infografik Nr. 769418

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA)

Unter dem Eindruck der amerikanischen und sowjetischen Weltraumerfolge entwickelten sich Anfang der 1960er Jahre auch in Westeuropa erste An ...

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Die Europäische Weltraumorganisation (ESA)

Unter dem Eindruck der amerikanischen und sowjetischen Weltraumerfolge entwickelten sich Anfang der 1960er Jahre auch in Westeuropa erste Ansätze einer Zusammenarbeit auf diesem Gebiet. Anders als bei den Großmächten spielten militärische Erwägungen dabei keine Rolle. Ausschlaggebend waren vielmehr forschungs- und industriepolitische Motive. 1962 gründeten zehn bzw. sechs europäische Staaten die Weltraumorganisationen ESRO (für die Entwicklung von Forschungs- und Anwendungssatelliten) und ELDO (für den Bau von Trägerraketen für die zivile Weltraumforschung). Aus deren Fusion ging 1975 die Europäische Weltraumorganisation (European Space Agency – ESA) hervor, die fortan die nationalen Weltraumprogramme koordinieren und gemeinsame Projekte vorantreiben sollte.

Heute gehören der ESA 18 Mitgliedstaaten an; Kanada und fünf europäische Staaten stehen mit ihr als Kooperationspartner in Verbindung; weitere Staaten haben eine Zusammenarbeit mit ihr vereinbart. Die ESA verfügt über ein Jahresbudget von rund 3,7 Mrd € (2010), das sich überwiegend aus Beiträgen der Mitgliedstaaten (74 %) und der EU (20 %) zusammensetzt. (Zum Vergleich: Das NASA-Budget 2010 beträgt umgerechnet rund 14 Mrd €.) Über Industrieaufträge, deren Umfang etwa den gezahlten Beiträgen entspricht, fließen die Gelder in die Mitgliedstaaten zurück („geographischer Mittelrückfluss“). Die ESA unterhält Standorte in mehreren Ländern, darunter das Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt, das Raumforschungs- und Technologiezentrum ESTEC in Noordwijk (Niederlande) und das Erdbeobachtungs- und Datenzentrum ESRIN in Frascati (Italien), dazu den Raumflughafen Kourou in Französisch-Guyana. Hauptsitz der ESA ist Paris.

Die ESA ist eine unabhängige Organisation, steht aber in enger Beziehung zur EU. 2007 verständigten sich ESA und EU auf eine gemeinsame Europäische Raumfahrtpolitik. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Projekte stehen das Satellitennavigationssystem Galileo und das Erdbeobachtungsprogramm GMES. Die ESA entwickelt satellitengestützte Telekommunikations- und Datenübertragungssysteme. Sie beteiligt sich an der Internationalen Raumstation (u.a. mit dem Raumlabor Columbus und einem unbemannten Raumgleiter) und schickt Astronauten ins All. Mit der Ariane verfügt sie über eine eigene, leistungsfähige Trägerrakete. Nicht zuletzt aber trägt sie mit ihren Raumsonden zur Erforschung des Weltraums bei: So will sie mit den Missionen Mars Express und Venus Express die Nachbarplaneten der Erde erkunden, Planck soll die Reststrahlung des Urknalls aufspüren, Rosetta 2014 ein Landegerät auf dem Kometen Churyumov-Gerasimenko absetzen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2010
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