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Gemessen an seinen demographischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen kann Nigeria in vielerlei Hinsicht als aufstrebendes Schwellenland mit dem Potenzial zur Regionalmacht gelten. Mit schätzungsweise 167 Mio Einwohnern (2012) ist es der bevölkerungsreichste Staat auf dem afrikanischen Kontinent und nach Südafrika die zweitgrößte Volkswirtschaft in Afrika südlich der Sahara. Mit 80000 aktiven Soldaten verfügt das Land zudem über die größte Armee in Westafrika. Im Rahmen internationaler Einsätze in Liberia, Sierra Leone oder dem Sudan übernahm Nigeria als bedeutender Truppensteller auch sicherheitspolitische Verantwortung. Doch der potenziellen Führungsrolle stehen im Inneren soziale und wirtschaftliche Probleme sowie eine instabile Sicherheitslage entgegen.

So konnte Nigeria seinen Ressourcenreichtum – trotz eines beachtlichen Wirtschaftswachstums von durchschnittlich mehr als 7% (2003-2012) – nicht für die Verbesserung der sozialen und ökonomischen Missstände im Land nutzen. Über die Hälfte der Bevölkerung (2011: 54%) lebt in extremer Armut und muss mit weniger als 1,25 US-$ pro Tag auskommen. Die Arbeitslosigkeit ist vor allem bei der Jugend hoch (2010 war jeder Dritte weniger als 40 Wochenstunden beschäftigt). Darüber hinaus mangelt es an der für die wirtschaftliche Entwicklung nötigen Verkehrsinfrastruktur und an flächendeckender Stromversorgung. Korruption und organisierte Kriminalität sind weit verbreitet. Hinzu kommt, dass die Wirtschaft stark vom Erdöl- und Erdgasexport und damit von den Schwankungen des Öl- und Gaspreises auf dem Weltmarkt abhängig ist. Die Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft bildeten 2011 über 95% der Exporterlöse, rund zwei Drittel der Staatseinnahmen und etwa ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts.

Die Wahl von Olusegun Obasanjo zum Staatspräsidenten und eine neue Verfassung leiteten 1999 nach fast sechzehn Jahren Militärherrschaft die bisher längste Periode ziviler Regierungen ein. Doch bleibt die Stabilität des Landes von ethnischen, sozialen und religiösen Konflikten bedroht. Auf Bundesebene konkurrieren die drei größten Volksgruppen – Haussa-Fulani im Norden, Yoruba im Südwesten und Igbo im Südosten – um Macht und Einfluss. Im ölreichen Niger-Delta operieren bewaffnete Gruppen, die eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung am Ölreichtum fordern. Wiederholt kam es zu Anschlägen gegen die Regierung und auf internationale Ölfirmen. Zudem überlagern religiöse Spannungen das Entwicklungsgefälle zwischen dem muslimischen Norden und dem christlich geprägten Süden. Seit 2010 verübte die islamistische Terrorgruppe Boko Haram mehrere schwere Anschläge.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 06/2013
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