Mali

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Infografik Nr. 881215

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Nach dem Abzug aus Afghanistan hat die Bundeswehr in Mali ihren größten Auslandseinsatz. Das deutsche Engagement begann im Jahr 2013. Vorangegangen war 2012 eine Rebellion im Norden des Landes. Dieser Konflikt wiederum hatte weiter zurückreichende Wurzeln. Die als Nomaden in mehreren Sahelländern lebenden Tuareg hatten gegen die französische Kolonialherrschaft in Westafrika erbitterten Widerstand geleistet und waren schließlich weitgehend sich selbst überlassen worden. Nach der Unabhängigkeit Malis 1960 rebellierten die Tuareg mehrfach und es kam zu blutigen Kämpfen mit der malischen Armee. Nach dem Sturz der Gaddafi-Diktatur in Libyen 2011 kehrten Tuareg-Söldner, die für Gaddafi gekämpft hatten, nach Mali zurück. In Libyen hatten sie sich mit schweren Waffen aus den Arsenalen Gaddafis ausgerüstet. Die Tuareg verbanden sich – vor allem aus Opportunismus – mit dschihadistischen Gruppen und vertrieben die malische Armee aus dem Norden. Diese Niederlage nahmen Gegner der Regierung in der Hauptstadt Bamako, im Süden des Landes, zum Anlass für einen Putsch. Damit drohte das als afrikanische Vorzeigedemokratie geltende Mali zu kollabieren. Im Norden riefen die Tuareg einen eigenen Staat aus („Azawad“), und auch der Süden drohte an islamistische Kräfte zu fallen.

Diese Gefahr rief die frühere Kolonialmacht Frankreich auf den Plan und führte zur Internationalisierung des Konflikts. Französische Truppen eroberten 2013 den Norden für die malische Regierung zurück und sorgten für neue Parlaments- und Präsidentschaftswahlen, um die alte Ordnung wiederherzustellen. Um den Frieden zu stabilisieren, setzte sich Paris für ein multilaterales Engagement in Mali ein. So kam es zur UN-Friedensmission MINUSMA und zur EU-Ausbildungsmission EUTM. An beiden ist die Bundeswehr beteiligt. Ziele sind die Stabilisierung des malischen Staates und die Eindämmung des Terrorismus. Die malische Regierung schloss 2015 unter internationalem Druck ein Friedensabkommen mit Rebellengruppen im Norden, das jedoch auf beiden Seiten immer wieder unterlaufen wurde.

Trotz einer massiven internationalen Truppenpräsenz nahm die Gewalt in Mali ab 2017 wieder zu. Lokale Milizen nutzten den Vorwurf des Terrorismus, um gegen verfeindete Volksgruppen vorzugehen, und es kam zu Massakern, an denen sich auch Regierungstruppen beteiligten. Das trieb Teile der Bevölkerung erst recht in die Arme der Dschihadisten. Hinzu kommt eine weiterhin instabile und korrupte Regierung. Nach zwei Putschen (2020, 2021) regiert in Bamako wieder eine Militärjunta. Angesichts dieser Entwicklung und im Licht des Afghanistan-Debakels wird nun auch der Mali-Einsatz zunehmend in Frage gestellt.

Ausgabe: 12/2021
Reihe: 53
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