US-Haushalt im Defizit

US-Haushalt im Defizit

Infografik Nr. 856125

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Als Barack Obama Anfang 2009 sein Amt als 44. Präsident der USA antrat, befand sich das Land auf dem Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise, die von Amerika ausgehend die ganze Welt erfasst hatte. Zum Ende des Fiskaljahrs 2009 präsentierte sich der US-Haushalt mit einem Defizit von 1417 Mrd $ in beispiellos düsterer Verfassung. Das Defizit entsprach etwa 10 % des Bruttoinlandsprodukts, eine Quote, die zuvor nur im Zweiten Weltkrieg (1942-1945) übertroffen wurde. Unter Obamas Präsidentschaft erholte sich die US-Wirtschaft allmählich, so dass die staatlichen Krisenhilfen reduziert werden konnten und die Steuererträge stiegen, während die Ausgaben zunächst nicht weiter zunahmen. Das Haushaltsdefizit sank bis 2015 auf 439 Mrd $. Doch in Obamas letztem Amtsjahr stagnierten die Steuereinnahmen, während die Ausgaben wieder deutlicher anstiegen. So wuchs das Defizit 2016 erneut an. Dieser Trend setzte sich nach dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump fort: Im Haushaltsjahr 2017 stieg das Defizit weiter auf 665 Mrd $ (3,5 % des BIP). Für das Haushaltsjahr 2018, das am 1. Oktober 2017 begann und somit ganz der Trump-Administration zuzurechnen ist, erwartet das Congressional Budget Office (CBO) ein Defizit von 804 Mrd $ (4 % des BIP).

Die Einnahmen wachsen 2018 den Vorausschätzungen des CBO zufolge nur langsam. Mit 3338 Mrd $ belaufen sie sich auf nur noch 16,6 % des BIP (gegenüber 17,3 % im Vorjahr). Entscheidend für diesen Rückgang ist die Anfang 2018 in Kraft getretene Senkung der Unternehmenssteuern, deren Beitrag zu den Gesamteinnahmen auf 243 Mrd $ zurückgeht. Knapp die Hälfte der Einnahmen (1639 Mrd $) stammt aus der persönlichen Einkommensteuer. Hier wird trotz der Steuererleichterungen mit wachsenden Erträgen gerechnet. An zweiter Stelle stehen die Einnahmen aus den Sozialversicherungsbeiträgen (1178 Mrd $).

Bei den Ausgaben (insgesamt 4142 Mrd $) stehen regelmäßig die Aufwendungen für die Sozialversicherung (Alters- und Invaliditätsversicherung) im Vordergrund. Sie klettern 2018 auf 984 Mrd $. Die Kosten für die Gesundheitsdienste werden mit 1040 Mrd $ veranschlagt (darunter Medicare mit 583 Mrd $ und Medicaid mit 383 Mrd $). Die im Vorjahr erstmals seit 2011 wieder erhöhten Verteidigungsausgaben steigen 2018 weiter auf 611 Mrd $. Die Zinsausgaben fallen mit 316 Mrd $ ebenfalls schwerer ins Gewicht.

Für die kommende Dekade geht das Congressional Budget Office (CBO) von einem zunächst beständig wachsenden Defizit aus, das sich erst ab 2023 stabilisiert, dann aber auf hohem Niveau. Dabei ist ein Großteil der zusätzlichen Haushaltsfehlbeträge der steigenden Zinsbelastung zuzuschreiben.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2018
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